FA WISSEN / LERNPFAD
Anlegerpsychologie: warum wir Geld falsch entscheiden
Warum verkaufe ich Gewinner zu früh und halte Verlierer zu lange?
Wissen allein schützt nicht vor Fehlentscheidungen, denn viele entstehen im Kopf: Verluste fühlen sich schwerer an als Gewinne, die Menge zieht mit, und der eigene Kaufkurs hält uns fest. Dieser Pfad erklärt, was die Verhaltensforschung zu solchen Mustern sagt, mit Quellen von Nobelpreis über Bundesbank bis FMA. Danach bekommst du Werkzeuge: Regeln, die du vorher festlegst, und ein Anlagetagebuch, mit dem du dein eigenes Verhalten beobachtest. Keine Anlageberatung.
- Zielgruppe
- Alle
- Dauer
- ca. 2 Stunden
- Voraussetzungen
- Lernpfad 11 (Risiko und Rendite) und Lernpfad 10 (Finanzfallen erkennen) sind sinnvolle Vorbereitung.
- Lernziel
- Du erkennst Verhaltensfehler wie Herdentrieb, Verlustaversion und Overconfidence bei dir selbst.
Schritte
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Behavioral Finance: Warum Anleger nicht immer rational entscheiden
Der Rahmen: Was Behavioral Finance untersucht und woher die Befunde kommen.
Verlustaversion: Warum Verluste schwerer wiegen als gleich große Gewinne
Das Muster: Warum Verluste schwerer wiegen und der Dispositionseffekt.
Herdentrieb und FOMO: Warum wir der Menge folgen
Das Umfeld: Warum wir der Menge folgen und was die ESMA dazu sagt.
Overconfidence: Wenn Selbstvertrauen die Rendite kostet
Die Selbstüberschätzung: Was Daten zu häufigem Handel zeigen.
Ankereffekt und Kurse: Warum der Einstiegskurs so festhält
Der Bezugspunkt: Warum der Kaufkurs die Entscheidung verzerrt.
Regeln gegen emotionale Fehler: Entscheidungen vorab festlegen
Das Werkzeug: Entscheidungen vorab festlegen.
Anlagetagebuch führen: Entscheidungen festhalten und daraus lernen
Die Praxis: Entscheidungen festhalten und daraus lernen.
Begriffe auf diesem Weg
VolatilitätDiversifikationRendite
Abschluss-Check
Aufgaben
Überlege zuerst selbst, dann klappe die Musterlösung auf.
Eine Aktie liegt 30 % unter deinem Einstand. Du hoffst, dass sie „wieder auf Einstand“ kommt. Welche Prüffrage stellst du dir?
Würde ich die Position heute zum aktuellen Kurs neu kaufen? Der Kaufpreis ist ein Anker. Für die Entscheidung zählen aktuelle Informationen und dein Plan, steuerliche Aspekte ausgenommen.
Ein Thema ist seit Tagen in Social Media, der Kurs ist stark gestiegen, und du spürst den Drang, mitzumachen. Wie gehst du vor?
Informationsquelle und Interesse prüfen, Passung zu Plan und Risikotoleranz klären, eine Wartezeit einlegen und die Entscheidung schriftlich begründen. Die ESMA warnt vor Entscheidungen, die ausschließlich auf Social-Media-Tipps beruhen.
Du handelst seit Monaten häufig und bist von deinen Ergebnissen überzeugt. Wie prüfst du das?
Mit Aufzeichnungen: Anzahl der Trades, Kosten und Steuern, Ergebnis gegenüber einem einfachen Vergleichsindex und die Frage, wie oft die damalige Begründung gestimmt hat. Studien wie Barber und Odean (2000) zeigen im Durchschnitt, dass sehr aktiver Handel mit schwächerer Rendite einherging; für dich zählen deine eigenen Daten.
Quiz-Selbsttest
Antworte zuerst im Kopf, dann klappe die Antwort auf.
Was beschreibt der Dispositionseffekt?
Die Neigung, Gewinner schneller zu verkaufen als Verlierer, obwohl der Kaufpreis für die Entscheidung keine Rolle spielen sollte (Bundesbank 2011).
Was ist ein Anker im Sinne der Verhaltensforschung?
Ein Ausgangswert, der spätere Einschätzungen beeinflusst, auch wenn er sachlich wenig aussagt, zum Beispiel der eigene Kaufkurs.
Danach weiter mit
- Portfolio-Konzepte: Aufbau und Rebalancing - Du kennst jetzt die Fallen im Kopf. Als Nächstes lernst du Konzepte für den Aufbau und die Pflege eines Portfolios kennen.
Allgemeine Information, keine Anlageberatung. Risikohinweis