
Stand: 26.10.2026, abends
Die FMA beschreibt: Der subjektive Wert eines Gewinns wird oft geringer geschätzt als ein objektiv gleich großer Verlust. Anleger erleben Verluste intensiver als vergleichbare Gewinne und sind deshalb stärker darauf fokussiert, Verluste zu vermeiden, als Chancen wahrzunehmen. Der Gedanke geht auf die Prospect Theory von Kahneman und Tversky zurück.
Die Bundesbank nennt ein typisches Muster: Anleger verkaufen Wertpapiere, die seit dem Kauf gestiegen sind, schneller als solche, die gefallen sind. Verlierer werden relativ lange gehalten. Auffällig daran: Der Kaufpreis dürfte, von Steuern abgesehen, für die Verkaufsentscheidung keine Rolle spielen; entscheidend wären die Erwartungen für die Zukunft. Erklärungsansätze sind die Prospect Theory und Reueaversion, also der Wunsch, die unangenehme Erfahrung eines realisierten Verlusts aufzuschieben.
Vereinfachtes Beispiel, keine Empfehlung: In einem Depot liegt Position A mit 20 % im Plus und Position B mit 20 % im Minus. Das Muster wäre, A zu verkaufen, um den Gewinn „zu sichern“, und B zu halten, bis sie „wieder auf Einstand“ ist. Eine nüchterne Prüffrage lautet stattdessen: Würde ich B heute zum aktuellen Kurs neu kaufen? Wenn die Antwort nein ist, spielt der alte Einstand für die Entscheidung keine Rolle; ob das zu einem Verkauf führt, bleibt deine Abwägung, auch mit Blick auf Steuern und Kosten.
Die FMA rät, die Gesamtperformance des Depots im Blick zu behalten und zu bedenken, dass in einem gut diversifizierten Portfolio immer einzelne Positionen schwächer laufen. Eine Stop-Loss-Order kann helfen, eine Verlustgrenze schon beim Kauf festzulegen; sie hat eigene Nachteile wie Ausführung zum nächsten ausführbaren Kurs. Vorher festgelegte Regeln stehen im Artikel zu Regeln gegen emotionale Fehler. Keine Anlageberatung.
Nicht grundsätzlich. Sie schützt im Alltag vor Risiken. Bei Geldanlagen kann sie zu Entscheidungen führen, die vom eigenen Plan abweichen.
Das hängt von Person und Situation ab. Die genannten Quellen beschreiben die Richtung, nicht einen festen Wert, den du für dich übernehmen solltest.
Das ist keine Handlungsanweisung dieses Artikels. Er beschreibt, warum der Kaufkurs die Entscheidung verzerren kann.