
Stand: 26.10.2026, abends
Die FMA schreibt, die Forschung zur verhaltensorientierten Finanzmarkttheorie habe gezeigt, dass Anleger nur begrenzt rational handeln können. Häufig unterliegen sie bei Anlageentscheidungen Urteilsfehlern und Verzerrungen. Das ist keine Charakterfrage, sondern ein Merkmal menschlicher Entscheidungen unter Unsicherheit.
Die Nobelpreis-Pressemitteilung 2002 beschreibt: Daniel Kahneman zeigte, wie menschliche Entscheidungen unter Unsicherheit systematisch von dem abweichen können, was die Standardtheorie vorhersagt. Gemeinsam mit Amos Tversky formulierte er die Prospect Theory als Alternative, die beobachtetes Verhalten besser erklärt. Ihr 1979er Aufsatz zeigt unter anderem den Gewissheitseffekt: Menschen gewichten sichere Ergebnisse stärker als lediglich wahrscheinliche. Der zweite Baustein sind Heuristiken: Tversky und Kahneman (Science, 1974) beschrieben drei Urteilsheuristiken, nämlich Repräsentativität, Verfügbarkeit und Anpassung an einen Anker. Sie sind laut Autoren meist effektiv, führen aber zu systematischen und vorhersagbaren Fehlern.
Die Folgen zeigen sich im Verhalten. Die Bundesbank (2011) beschreibt etwa den Dispositionseffekt: Anleger verkaufen Gewinner schneller als Verlierer, obwohl der Kaufpreis für die Entscheidung eigentlich keine Rolle spielen sollte. Sie beschreibt auch Herdenverhalten und Überschätzung der eigenen Fähigkeiten als Erklärung für häufigen Handel. Die einzelnen Muster erklären wir in eigenen Artikeln: Verlustaversion, Herdentrieb und FOMO, Overconfidence und Ankereffekt.
Wissen über Verzerrungen ist ein Werkzeug zur Selbstbeobachtung, kein Garant für bessere Ergebnisse. Praktisch hilft es, Entscheidungen vorab zu klären und festzuhalten, siehe Regeln gegen emotionale Fehler und Anlagetagebuch. Keine Anlageberatung.
Es ist eine Ergänzung. Sie beschreibt, wo tatsächliches Verhalten von den Annahmen rein rationaler Modelle abweicht.
Nein. Der Bankenverband schreibt, selbst erfahrene Investoren seien vor solchen Fehlern nicht gefeit.
Nach der Forschung nicht vollständig. Du kannst aber Entscheidungswege so gestalten, dass sie weniger anfällig sind.