FA WISSEN / LERNPFAD
Entnahmephase: Vermögen im Ruhestand nutzen
Wie komme ich aus meinem Vermögen an laufendes Geld - ohne dass es vor mir leer ist?
Das Ansparen ist die vertraute Seite - das Entnehmen die unbekannte. Dieser Pfad führt dich durch die Logik der Entnahmephase: die Grundmuster der Entnahmestrategien und die berühmte 4-Prozent-Regel richtig eingeordnet, das Sequenzrisiko als stille Gefahr der ersten Jahre, die Steuerwirkung auf jeden Verkauf, die Inflation als Dauerposten über Jahrzehnte und das Langlebigkeitsrisiko als Frage des Horizonts. Am Ende liest du eine Entnahmerechnung als System von Annahmen statt als Zahlenspiel.
- Zielgruppe
- Alle
- Dauer
- ca. 2 Stunden
- Voraussetzungen
- Lernpfad 28 (Altersvorsorge verstehen) ist die direkte Vorbereitung; Lernpfad 04 (ETF-Einstieg) reicht als Minimum.
- Lernziel
- Du verstehst Entnahmestrategien, Sequenzrisiko und Steuerwirkung.
Schritte
Dein Fortschritt bleibt nur auf diesem Gerät gespeichert (localStorage), nicht auf einem Server.
Entnahmestrategien im Überblick: feste Raten, flexible Regeln, Kapitalerhalt
Der Rahmen: die drei Grundmuster und die 4-Prozent-Regel als Forschungskonzept statt Versprechen.
Entnahmeplanrechner
Die Praxis: eigene Entnahme-Annahmen direkt durchrechnen.
Sequenzrisiko: Warum die Reihenfolge der Renditen in der Entnahmephase entscheidet
Die Mechanik: warum die Reihenfolge der Renditen beim Entnehmen entscheidet.
Entnahme und Steuern: Was vom Verkaufserlös tatsächlich bleibt
Die Abzüge: Abgeltungsteuer, Pauschbetrag und Teilfreistellung in der Entnahmephase.
Inflation im Ruhestand: Kaufkraft über 20 und 30 Jahre denken
Der Dauerposten: Kaufkraft über 20 und 30 Jahre denken.
Langlebigkeitsrisiko: Wenn das Leben länger dauert als das Geld
Der Horizont: Lebenserwartung richtig lesen und das Planungsende wählen.
Begriffe auf diesem Weg
InflationRenditeDiversifikation
Abschluss-Check
Aufgaben
Überlege zuerst selbst, dann klappe die Musterlösung auf.
Du gehst in zwei Jahren in Rente und willst 30 Jahre lang entnehmen. Mit welchen drei Fragen wählst du eine Entnahmestrategie, statt einfach eine Prozentzahl zu übernehmen?
Erst den Horizont: 30 Jahre plus Aufschlag für das Langlebigkeitsrisiko, nicht die Durchschnitts-Lebenserwartung. Dann die Flexibilität: Wie wichtig ist ein stabiler Betrag gegenüber der Fähigkeit, in schwachen Jahren weniger zu entnehmen? Dann die Nebenrechnungen: Steuern auf jeden Verkauf und Inflation über die gesamte Strecke. Erst mit diesen Antworten ist eine Rate - etwa aus der 4-Prozent-Forschung - sinnvoll einzuordnen.
Dein Depot verliert im ersten Ruhestandsjahr 20 Prozent. Welche Reaktion schützt die Entnahmephase am ehesten - und welche zerstört sie?
Schützend wirkt, die Entnahme vorübergehend zu senken oder aus einem liquiden Puffer zu bedienen, statt in der Talsohle Anteile zu verkaufen - das dämpft das Sequenzrisiko. Zerstörerisch ist das Gegenteil: die volle Entnahme aus dem gesunkenen Depot fortzusetzen, weil genau die Anteile fehlen, die an der Erholung teilhaben würden.
Du willst wissen, was von einem Fondsverkauf über 10.000 Euro netto bleibt. Welche drei Dinge musst du kennen, bevor du rechnen kannst?
Den Gewinnanteil des Verkaufs - nur er ist steuerrelevant, nicht das eingezahlte Kapital. Die Fondskategorie, weil etwa Aktienfonds 30 Prozent Teilfreistellung bringen. Und den noch freien Sparer-Pauschbetrag des Jahres, weil er die Steuer bis zu 1.000 Euro Ertrag auf null setzt.
Quiz-Selbsttest
Antworte zuerst im Kopf, dann klappe die Antwort auf.
Warum ist die 4-Prozent-Regel keine Empfehlung?
Weil sie ein Rückblick auf historische US-Marktdaten ist: Sie zeigt, welche Rate ein gemischtes Portfolio in der Vergangenheit über rund 30 Jahre getragen hätte. Steuern, Kosten, Anlagemischung und künftige Märkte sind darin nicht enthalten.
Warum wirken Verluste zu Rentenbeginn stärker als dieselben Verluste zehn Jahre später?
Wegen des Sequenzrisikos: Zu Beginn ist das Depot am größten, und jeder Verkauf in der Talsohle entfernt Anteile dauerhaft aus der Rechnung. Spätere Verluste treffen ein bereits kleineres Depot und kürzere Reststrecke.
Danach weiter mit
- Immobilienfinanzierung: Zins, Tilgung, Eigenkapital - Du weißt jetzt, wie Vermögen im Ruhestand fließt - als Nächstes rechnest du den größten Einzelposten vieler Haushalte: die Immobilienfinanzierung.
Allgemeine Information, keine Anlageberatung. Risikohinweis