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Entnahmestrategien im Überblick: feste Raten, flexible Regeln, Kapitalerhalt

Von der FA Redaktion · 26.10.2026, 23:09 Uhr · mit KI-Unterstützung erstellt einordnung
Entnahmestrategien im Überblick: feste Raten, flexible Regeln, Kapitalerhalt
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Stand: 26.10.2026, Abend

Das Wichtigste in Kürze
  • Beim Entnehmen dreht sich die Logik des Ansparens um: Du verkaufst regelmäßig Anteile und lebst von den Erlösen.
  • Entnahmestrategien lassen sich in drei Grundmuster sortieren: feste Rate, regelbasiert-flexibel und Kapitalerhalt.
  • Die bekannte 4-Prozent-Regel ist ein historisches Forschungsergebnis aus US-Daten, keine Zusage und keine Empfehlung.
  • Wie lange das Geld reichen muss, hängt am Planungshorizont - das Langlebigkeitsrisiko gehört immer dazu.

Vom Ansparen zum Entnehmen

Jahrzehntelang lautet die Richtung: Geld fließt ins Depot. Mit dem Ruhestand kehrt sie sich um - du entnimmst regelmäßig, und das Depot soll trotzdem möglichst lange tragen. Diese Umstellung hat es in sich: Beim Entnehmen verkaufst du Anteile, egal wo der Kurs gerade steht. Genau daraus entsteht das Sequenzrisiko, dem ein eigener Artikel in diesem Pfad gewidmet ist. Eine Entnahmestrategie beantwortet drei Fragen: Wie viel nimmst du pro Jahr, wie passt du den Betrag an und wie reagierst du, wenn der Markt schwankt?

Die drei Grundmuster

Erstens die feste Entnahmerate: Du legst einen Prozentsatz des Startvermögens fest und erhöhst den Betrag höchstens um die Inflation. Planbar, aber starr. Zweitens die regelbasierte, dynamische Entnahme: Der Betrag hängt vom aktuellen Depotstand ab, etwa ein fester Prozentsatz des jeweiligen Jahreswerts, oder er folgt Leitplanken - nach starken Jahren etwas mehr, nach schwachen etwas weniger. Flexibler, aber dein Einkommen schwankt mit. Drittens der Kapitalerhalt: Du entnimmst nur, was an Ausschüttungen und Erträgen anfällt, und rührst die Substanz nicht an. Konservativ, erfordert aber ein entsprechend großes Vermögen oder bescheidene Entnahmen.

Die 4-Prozent-Regel - und was sie wirklich ist

Die bekannteste Zahl der Entnahme-Forschung stammt aus den USA: Der Finanzplaner Bill Bengen untersuchte Mitte der 1990er-Jahre historische Aktien- und Anleihedaten und fragte, welche anfängliche Entnahmerate ein gemischtes Portfolio in der Vergangenheit über rund 30 Jahre getragen hätte. Ergebnis: Etwa 4 Prozent des Startvermögens im ersten Jahr, danach inflationsangepasst, hätten historisch selbst schwere Abschwünge überstanden; in keinem der untersuchten historischen Fälle war das Depot vor 33 Jahren leer. In der Fachdiskussion bewegen sich die genannten Raten je nach Annahmen zwischen etwa 3 und 5 Prozent. Wichtig ist die Einordnung: Das ist ein Rückblick auf US-Marktdaten, kein Gesetz und keine Zusage für die Zukunft. Steuern, Kosten, deine Anlagemischung und dein Horizont verändern die Rechnung - die Steuerseite behandelt der Artikel zu Entnahme und Steuern.

So vergleichst du Strategien

Vier Fragen strukturieren den Vergleich: Wie lange soll das Geld reichen - das Langlebigkeitsrisiko setzt den Rahmen. Wie wichtig ist dir ein stabiler Betrag gegenüber Anpassungsfähigkeit? Wie wird die Inflation im Ruhestand eingepreist? Und wie groß ist dein Puffer für schwache Marktphasen? Mit dem Entnahmeplan-Rechner kannst du eigene Annahmen durchspielen - als Rechnung mit deinen Zahlen, nicht als Prognose. Keine Anlageberatung.

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Häufige Fragen

Ist die 4-Prozent-Regel ein verlässliches Versprechen?

Nein. Sie ist ein Forschungsergebnis auf Basis historischer US-Marktdaten und beschreibt, was in der Vergangenheit funktioniert hätte. Sie berücksichtigt weder deine Steuern und Kosten noch künftige Marktbedingungen. In der Fachdiskussion gelten je nach Annahmen auch 3 oder 5 Prozent als diskutabel - das zeigt, wie sehr die Zahl von den Voraussetzungen abhängt.

Was ist der Unterschied zwischen fester und dynamischer Entnahme?

Bei der festen Entnahme orientiert sich der Betrag am Startvermögen und wird höchstens inflationsangepasst - planbar, aber starr. Bei der dynamischen Entnahme hängt der Betrag vom aktuellen Depotstand oder von Leitplanken ab - er kann steigen und fallen, reagiert aber auf die Marktlage.

Wie lange muss mein Geld im Ruhestand reichen?

Das hängt von deinem Planungshorizont ab, nicht von der durchschnittlichen Lebenserwartung allein. Die Hälfte der Menschen lebt länger als der Durchschnitt - deshalb plant man den Horizont üblicherweise mit Aufschlag. Die Hintergründe erklärt der Artikel zum Langlebigkeitsrisiko.

Quellen: Investopedia: What Is the 4% Rule for Withdrawals in Retirement? (abgerufen 26.10.2026) · Statistisches Bundesamt: Sterbefälle und Lebenserwartung (abgerufen 26.10.2026)
Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und Einordnung. Er ist keine Anlageberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Kursdaten können verzögert oder fehlerhaft sein. Mehr dazu im Risikohinweis.