FA WISSEN / LERNPFAD
Anleihen & Festgeld: Zins gegen Zeit
Wie funktionieren Anleihen und Festgeld, und was bedeuten Zinsänderungen für deinen Kurs?
Festverzinsliche Anlagen gelten als der ruhige Teil des Depots, aber ruhig heißt nicht risikofrei. In diesem Pfad lernst du, wie eine Anleihe aufgebaut ist, was Kupon, Laufzeit und Bonität bedeuten und warum Anleihekurse fallen, wenn die Zinsen steigen. Du rechnest ein Kursrisiko-Beispiel selbst nach, ordnest Staats- und Unternehmensanleihen ein und siehst, was Festgeld und Tagesgeld von Anleihen unterscheidet. Am Ende kannst du Renditeversprechen grob einordnen und weißt, welche Fragen du vor jeder Zinsanlage stellst.
- Zielgruppe
- Alle
- Dauer
- 45-60 Minuten
- Voraussetzungen
- Keine. Grundbegriffe wie Zins und Rendite werden im Pfad erklärt.
- Lernziel
- Du verstehst Anleihe, Kupon, Laufzeit und Bonität und kannst Rendite und Risiko grob einordnen.
Schritte
Dein Fortschritt bleibt nur auf diesem Gerät gespeichert (localStorage), nicht auf einem Server.
Anleihe
Der Grundbegriff: Wer dir Geld leiht, bekommt Zinsen und am Ende den Nennwert zurück.
Kupon
Der Kupon bestimmt, welche laufenden Zinszahlungen du während der Laufzeit bekommst.
Bonität
Bonität und Rating zeigen, wie wahrscheinlich der Emittent seine Versprechen einhalten kann.
Fälligkeit
Die Laufzeit entscheidet, wie stark der Kurs auf Zinsänderungen reagiert und wann du den Nennwert zurückbekommst.
Kursrisiko bei Anleihen: Warum steigende Zinsen Kurse drücken
Das zentrale Risiko festverzinslicher Anlagen, mit einem Rechenbeispiel zum Nachvollziehen.
Unternehmensanleihe
Mehr Rendite gegen mehr Ausfallrisiko: die wichtigste Weiche nach den Staatsanleihen.
Staatsanleihen einfach erklärt: Wie sich Staaten Geld leihen
Bundesanleihen, Ausfallrisiko und die Frage, wofür Staatsanleihen im Depot wirklich gut sind.
Der amtliche Zinsmonitor
Praxisschritt: Vergleiche aktuelle Tagesgeld- und Festgeldzinsen und ordne ein, was Anbieter gerade zahlen.
Begriffe auf diesem Weg
AnleiheKuponBonitätFälligkeitUnternehmensanleiheHigh-Yield-AnleiheNennwertEmittentFestgeldTagesgeld
Abschluss-Check
Aufgaben
Überlege zuerst selbst, dann klappe die Musterlösung auf.
Du hältst eine Anleihe über 1.000 Euro Nennwert mit 2 % Kupon und 10 Jahren Restlaufzeit. Der Marktzins steigt auf 3 %. Was passiert mit dem Kurs, ungefähr und warum?
Der Kurs fällt deutlich, grob um 8-9 %. Neue Anleihen zahlen jetzt 3 %, deine 2-%-Anleihe ist nur noch attraktiv, wenn sie weniger kostet. Der Kurs sinkt, bis die Rendite für Käufer wieder etwa 3 % beträgt. Hältst du bis zur Fälligkeit, bekommst du trotzdem den Nennwert zurück.
Ein Anbieter wirbt mit 7 % jährlicher Verzinsung für eine Unternehmensanleihe, während Bundesanleihen rund 2-3 % bringen. Welche drei Fragen stellst du, bevor du dich weiter damit beschäftigst?
1) Wie ist die Bonität des Emittenten und gibt es ein Rating? 2) Wie hoch ist das Ausfallrisiko, also was passiert bei Insolvenz mit meinem Geld? 3) Warum muss dieser Emittent so viel mehr Zins zahlen als der Markt? Der Zinsaufschlag ist der Preis für höheres Risiko, kein Geschenk.
Du willst 10.000 Euro für zwei Jahre parken und brauchst das Geld danach sicher. Du schwankst zwischen einer 10-jährigen Anleihe und Festgeld über zwei Jahre. Was passt besser zum Ziel und warum?
Festgeld über zwei Jahre passt besser: Laufzeit und Anlagehorizont stimmen überein, es gibt kein Kursrisiko beim vorzeitigen Verkauf, weil gar nicht verkauft wird. Die 10-jährige Anleihe kann in zwei Jahren im Kurs gefallen sein, wenn die Zinsen gestiegen sind; der Nennwert ist erst in zehn Jahren sicher.
Im Zinsmonitor siehst du ein Festgeldangebot mit deutlich höherem Zins als alle anderen. Wie gehst du vor, bevor du Geld überweist?
Erst prüfen, nicht zahlen: Einlagensicherung und Land prüfen, Anbieter in der BaFin-Unternehmensdatenbank suchen, Bewertungen und Warnmeldungen lesen und die Bedingungen auf Mindestanlage, Kündigung und automatische Verlängerung prüfen. Ein Ausreißer-Zins ist ein Prüfauftrag, kein Kaufargument.
Quiz-Selbsttest
Antworte zuerst im Kopf, dann klappe die Antwort auf.
Was ist der Kupon einer Anleihe?
Der festgelegte Zinssatz, mit dem der Nennwert während der Laufzeit verzinst wird.
Der Marktzins steigt. Was passiert mit dem Kurs einer laufenden Anleihe?
Er fällt, weil ältere Anleihen mit niedrigerem Kupon nur über einen Preisabschlag konkurrenzfähig bleiben.
Was sagt die Bonität eines Emittenten aus?
Wie wahrscheinlich es ist, dass er Zinsen und Rückzahlung pünktlich und vollständig leistet.
Warum gelten High-Yield-Anleihen als riskanter als Staatsanleihen?
Ihre Emittenten haben schlechtere Bonität, deshalb ist das Ausfallrisiko höher; der höhere Kupon ist die Entschädigung dafür.
Du hältst eine Anleihe bis zur Fälligkeit und der Emittent bleibt zahlungsfähig. Welchen Betrag bekommst du am Ende?
Den Nennwert, also typischerweise 100 % des eingesetzten Nennbetrags, unabhängig vom Zwischenkurs.
Allgemeine Information, keine Anlageberatung. Risikohinweis