
Stand: 26.10.2026, Abend
Die Verbraucherzentrale formuliert die wichtigste Portfolio-Regel in einem Satz: Rendite kommt von Risiko. Je mehr Risiko du trägst, desto höhere Renditen kannst du erzielen - und umgekehrt gibt es keine hohe Rendite ohne hohes Risiko (abgerufen 26.10.2026). Das klingt banal, ist aber der Filter für jedes Versprechen: Ein Angebot mit hoher Rendite und angeblich keinem Risiko widerspricht der Marktlogik. Die Grundlagen stehen im Artikel Risiko und Rendite.
Am Aktienmarkt wird Risiko meist als Volatilität gemessen: die Schwankung der Renditen um ihren Durchschnitt. Ein Portfolio mit hoher Volatilität liefert Jahre stark nebeneinander - in beide Richtungen. Risiko hat aber mehr Gesichter als die Schwankungszahl: das Risiko dauerhafter Verluste, das Risiko, zum falschen Zeitpunkt verkaufen zu müssen, und bei Einzelpositionen das Klumpenrisiko. Streuung beseitigt die Einzelrisiken, nicht das Marktrisiko.
Die Zahl im Depotauszug ist die Bruttorendite. Davon gehen laufende Kosten und gegebenenfalls Steuern ab - die Wiener Börse unterscheidet deshalb Brutto- und Nettorendite und weist auf die Wirkung von Kosten, Steuern und Inflation hin (abgerufen 26.10.2026). Erst die reale Nettorendite sagt, ob dein Geld an Kaufkraft gewonnen hat; die Realzins-Rechnung zeigt das Prinzip. Und der Zeitraum zählt: Nach Angaben der Verbraucherzentrale gab es selbst bei weltweiter Streuung Kursrückgänge von bis zu 50 Prozent und Verlustphasen, die in der Vergangenheit bis zu 15 Jahre andauern konnten. Wer das Geld früher braucht, trägt dieses Risiko auf dem falschen Horizont - dazu passt der Artikel zu Anlagehorizont und Ziel. Keine Anlageberatung.
Nein. Mehr Risiko erkauft nur die Chance auf mehr Rendite - und die Möglichkeit größerer Verluste. Risiken, die nicht vergütet werden, etwa das Klumpenrisiko einer Einzelaktie, lassen sich durch Streuung vermeiden, ohne auf Marktrendite zu verzichten.
Die Verbraucherzentrale verweist auf eine reale Aktienmarktrendite von rund fünf Prozent jährlich im langfristigen Durchschnitt - mit dem ausdrücklichen Vorbehalt, dass niemand die Zukunft sicher kennt. Das ist eine historische Größenordnung, keine Prognose.
Nein. Streuung beseitigt Einzelrisiken einzelner Titel, Branchen oder Länder. Das allgemeine Marktrisiko bleibt: In einem breiten Crash fällt auch das breiteste Aktienportfolio.