
Wenn du im Depot eine Order aufgibst, wählst du meist eine Orderart. Sie legt fest, wie dein Auftrag am Markt behandelt wird. Das klingt nach Details für Profis, entscheidet aber, zu welchem Preis und ob überhaupt ausgeführt wird. Dieser Artikel erklärt die vier Grundtypen und zwei Zusätze, die du in jeder App wiederfindest. Als Quelle dient vor allem die Beschreibung der Deutschen Börse für ihren Handelsplatz Xetra.
Laut Deutscher Börse berechnet das Handelssystem den Preis aus den vorhandenen Kauf- und Verkaufsaufträgen. Im Grunde setzt er sich aus Angebot und Nachfrage zusammen. Zentral ist das Orderbuch: Links stehen die Kaufangebote (Geld, englisch Bid), rechts die Verkaufsangebote (Brief, englisch Ask). Oben steht jeweils das attraktivste Gebot. Es kommt der Preis zustande, zu dem die meisten Aktien den Besitzer wechseln können. Die Differenz zwischen bestem Kauf- und Verkaufskurs heißt Spread.
| Orderart | So funktioniert sie | Was du bedenken kannst |
|---|---|---|
| Market Order | Unlimitierter Auftrag, wird bei der nächsten Preisfeststellung ausgeführt. Laut Xetra hat sie die höchste Ausführungswahrscheinlichkeit. | Den Preis kennst du vorher nicht genau. Bei engen Spannen und liquiden Papieren ist die Abweichung meist klein. |
| Limit Order | Wird zum angegebenen Preislimit oder besser ausgeführt: höchstens zum Limit gekauft, mindestens zum Limit abgegeben. | Wird das Limit nicht erreicht, bleibt der Auftrag offen oder läuft ohne Ausführung ab. |
| Stop Market Order | Wird erst beim Erreichen des Stop-Preises ins Orderbuch gestellt und dann wie eine Market Order bedient. | Keine Garantie, dass sie zum Stop-Preis läuft. Ausgeführt wird zum nächstmöglichen Preis. |
| Stop Limit Order | Beim Erreichen des Stop-Limits wird eine Limit Order ins Orderbuch gestellt. | Wenn der Kurs das Ausführungslimit überspringt, bleibt sie unausgeführt. |
Angenommen, ein Wertpapier steht bei Geldkurs 100,00 Euro und Briefkurs 100,10 Euro. Das Beispiel ist erfunden. Eine Market Order zum Kauf wird beim nächsten Preis ausgeführt, hier also nahe dem Briefkurs von 100,10 Euro. Bei 50 Stück sind das 5.005,00 Euro, ohne Entgelte. Eine Limit Order mit Limit 99,80 Euro wird erst ausgeführt, wenn Verkäufer bereit sind, zu 99,80 Euro oder niedriger abzugeben. Steigt der Kurs weg, bleibt sie ohne Ausführung. Du bekommst mit dem Limit Preissicherheit, mit der Market Order Ausführungssicherheit. Beides gleichzeitig gibt es nicht.
Zusätzliche Ausführungsbedingungen und Gültigkeitsbeschränkungen können die Grundtypen weiter spezifizieren. Xetra nennt zum Beispiel die Immediate-or-cancel Order: Sie wird sofort und vollständig oder soweit wie möglich ausgeführt, nicht ausgeführte Teile werden gelöscht. Über Gültigkeitsbeschränkungen legst du fest, wie lange eine Order im Orderbuch bleibt, falls sie nicht vorher ausgeführt wird. In Apps heißt das oft "gültig bis Tagesende" oder "bis Datum". Außerdem kann eine Order teilweise ausgeführt werden. Dann siehst du auf der Abrechnung mehrere Teilausführungen, und manche Anbieter berechnen Entgelte pro Teil. Das steht im Preisverzeichnis.
Dieselbe Orderart verhält sich je nach Handelsplatz unterschiedlich. Die Verbraucherzentrale nennt Beispiele: Viele Neobroker arbeiten nur mit wenigen Handelsplätzen, etwa gettex, der Börse Hannover oder Xetra. Welche das sind, steht im Kleingedruckten der Kundendokumente. Außerdem rät sie zur Vorsicht bei Randzeiten: Wer früh morgens oder spät abends handelt, bekommt laut Verbraucherzentrale im Durchschnitt schlechtere Preise, weil die Geld-Brief-Spanne größer sein kann. Auf Xetra läuft der Handel montags bis freitags von 9:00 bis 17:30 Uhr, daneben gibt es Früh- und Späthandel im erweiterten Retail Service (8:00 bis 8:55 Uhr und ab 17:30 bis 22:00 Uhr). Mehr dazu im Artikel Börsenzeiten und Handelsplätze.
Erstens: "Limit heißt sicher." Ein Limit schützt nur den Preis, nicht die Ausführung. Zweitens: "Stop heißt Notbremse." Nach der Beschreibung der Deutschen Börse wird eine ausgelöste Stop Market Order wie eine Market Order bedient, der Ausführungspreis kann also vom Stop-Preis abweichen, besonders wenn der Kurs springt. Drittens: "Die Order läuft immer sofort." Außerhalb der Handelszeiten oder bei Auktionen wird erst bei der nächsten Preisfeststellung ausgeführt. Viertens: "Teilausführung ist ein Fehler." Sie ist normal, wenn zum Limit nicht die ganze Stückzahl verfügbar ist.
Öffne in deiner App die Orderstrecke eines Wertpapiers, ohne abzusenden. Such die Felder Handelsplatz, Orderart, Limit und Gültigkeit. Vergleiche Geld- und Briefkurs. Wie du Kurstabellen liest, zeigt der Artikel Kurstabelle lesen. Die Abkürzungen im Glossar helfen: Geldkurs, Briefkurs, Spread.
Stand: 20.10.2026. Bildungsinhalt, keine Anlageberatung oder Steuer-/Rechtsberatung. Mehr dazu im Risikohinweis.
Die Market Order wird zum nächsten Preis ausgeführt. Die Limit Order wird nur zum Limit oder besser ausgeführt (Deutsche Börse Xetra).
Nicht zwingend. Sie löst beim Stop-Preis aus und wird dann zum nächstmöglichen Preis bedient. Eine Garantie gibt es laut Xetra nicht.
Weil das Limit nicht erreicht wurde oder die Order abgelaufen ist.
Ja. Je nach Ordertyp und Markt kann nur ein Teil der Stückzahl zustande kommen. Die Bedingungen nennt dein Anbieter.