
Anbieter werben gern mit einem Preis. Im Kleingedruckten stehen aber meist mehrere. Dieser Artikel zeigt dir die Bausteine, damit du ein Preisverzeichnis lesen und Angebote nach Kriterien vergleichen kannst. Er nennt bewusst keinen Anbieter als Favoriten.
| Posten | Was das ist | Typische Frage |
|---|---|---|
| Depotgebühr | Laufende Grundgebühr für die Verwahrung, meist pro Jahr. | Fällt sie auch an, wenn das Depot leer ist? |
| Orderentgelt | Preis pro Kauf oder Verkauf, fest, prozentual oder gemischt. | Gibt es Mindest- und Höchstbeträge? |
| Fremdspesen | Zusätzliche Entgelte von Handelsplatz oder Dienstleister. | Werden sie extra berechnet? |
| Spread | Differenz zwischen Geld- und Briefkurs. | Wie eng ist die Spanne bei meinem Papier? |
| Sparplan-Entgelt | Preis je Ausführung eines Sparplans. | Gibt es eine Mindestrate? |
| Währungskosten | Aufschlag beim Tausch in Fremdwährung. | Wird der Tausch extra berechnet? |
| Produktkosten | Laufende Kosten des Fonds oder ETF selbst. | Wie hoch ist die Gesamtkostenquote? |
Die Verbraucherzentrale unterscheidet in ihrer Checkliste zwei Fälle. Für Anleger, die selten handeln, ist eher die jährliche Grundgebühr entscheidend. Bei häufigen Transaktionen sind dagegen die Orderkosten relevant. Dazu kommt: Banken unterscheiden im Preis- und Leistungsverzeichnis meist zwischen in- und ausländischen Börsen.
Zwei erfundene Tarife, nur zur Veranschaulichung der Mechanik. Es sind keine Preise eines echten Anbieters. Tarif A hat keine Grundgebühr und kostet 4,90 Euro je Order. Tarif B kostet 36 Euro im Jahr und 1,00 Euro je Order. Wir rechnen zwei Nutzungsprofile.
Beim Wechsel zwischen den Profilen dreht sich das Bild. Bei 6 Orders ist der Tarif ohne Grundgebühr günstiger, bei 52 Orders der mit Grundgebühr. Rechnerisch liegt die Schwelle bei etwa neun Orders pro Jahr: 36 Euro Grundgebühr geteilt durch 3,90 Euro Unterschied je Order. Dein eigenes Profil bestimmt, was passt. Der Renditerechner hilft dir, Kosten über die Zeit mitzudenken.
Die Verbraucherzentrale hält fest: Neobroker sind nicht kostenlos, die Kosten sind nur nicht direkt sichtbar. Broker erhalten demnach Provisionen von Handelsplätzen, meist rund 3 Euro pro Kundenorder, und sie stehen in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Nach der Verbraucherzentrale dürfen Handelsplätze seit dem 30.06.2026 nach einem EU-Beschluss keine Provisionen mehr für die exklusive Orderweitergabe zahlen (Payment for Order Flow). Wie sich das auf Preismodelle auswirkt, beschreibt die BaFin in ihrem Beitrag zum PFOF-Verbot. Für dich heißt das: Schau auf das aktuelle Preisverzeichnis, nicht auf Werbeslogans von früher.
Der Spread ist laut Deutscher Börse die Differenz zwischen dem besten Kauf- und Verkaufskurs zu einem Zeitpunkt. Du kaufst zum Briefkurs und verkaufst zum Geldkurs. Je enger die Spanne, desto niedriger die Transaktionskosten. Ein Beispiel: Geldkurs 100,00 Euro, Briefkurs 100,10 Euro. Wer sofort kauft und wieder abgibt, zahlt 0,10 Euro je Stück, also 0,1 Prozent, ohne dass eine Gebühr auf der Abrechnung steht. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Spannen außerhalb der Kernhandelszeiten höher sein können.
Seit dem 3. Januar 2018 gilt laut BaFin: Institute müssen dir vor jeder Wertpapierdienstleistung die Kosten mitteilen, auch bei der Ausführung ohne Beratung. Die Information muss auf einem dauerhaften Datenträger kommen, etwa per E-Mail oder im Postfach. Sie weist Gesamtkosten in Euro und Prozent aus und gliedert sie in Dienstleistungs-, Produkt- und gegebenenfalls Fremdwährungskosten. Auf Wunsch gibt es eine Einzelaufstellung. Diese Ex-ante-Information zeigt dir Kosten, bevor du handelst.
Das Depot ist nur ein Teil der Rechnung. Das Produkt darin hat eigene laufende Kosten. Die Verbraucherzentralen rechnen in einem vereinfachten Vergleich zwei Varianten für einen Sparvertrag mit weltweiten Aktien durch: "günstig" mit 0,5 Prozent Vertriebskosten je Einzahlung und 0,2 Prozent Verwaltungskosten pro Jahr, "typische Kosten" mit 4 Prozent Vertriebsvergütung und 1,5 Prozent pro Jahr. Die Annahmen sind ein Modell der Verbraucherzentrale. Sie zeigen, dass kleine Prozentsätze über viele Jahre spürbar werden. Wie das bei ETFs aussieht, behandelt der Lernpfad zu Fondskosten später. Den Effekt kannst du im ETF-Kostenrechner selbst durchspielen.
Nimm dein erwartetes Handelsprofil, zum Beispiel "ein Sparplan, zwölf Ausführungen im Jahr". Suche im Preisverzeichnis jeden Posten, der dabei anfällt, und addiere. Die Konditionen-Daten im Depot-Vergleich helfen beim Abgleich. Frag im Zweifel beim Anbieter nach der Ex-ante-Kosteninformation.
Stand: 20.10.2026. Bildungsinhalt, keine Anlageberatung oder Steuer-/Rechtsberatung. Mehr dazu im Risikohinweis.
Das hängt vom Anbieter ab. Es gibt keinen einheitlichen Preis. Typisch sind Grundgebühr, Orderentgelt und Nebenkosten, laut Verbraucherzentrale.
Nein, sagt die Verbraucherzentrale. Die Kosten sind nur weniger sichtbar, etwa über Provisionen von Handelsplätzen und den Spread.
Die Differenz zwischen dem besten Kauf- und Verkaufskurs zu einem Zeitpunkt (Deutsche Börse).
Ja. Seit 3. Januar 2018 müssen Institute laut BaFin vor jeder Wertpapierdienstleistung über alle Kosten informieren.