
Die Nacht hat die Quartalsaison kräftig befeuert: Apple meldete Rekorde beim Umsatz und beim iPhone-Geschäft, Palantir steigerte den Umsatz um 96 Prozent und hob die Jahresprognose an - während hierzulande Hugo Boss und TeamViewer ihre Ausblicke senkten. An der Wall Street setzte sich am Montag die Tech-Schwäche fort, der Dow Jones legte dagegen zu. In Frankfurt starten die DAX-Futures schwach in den Dienstag.
Apple hat im vierten Geschäftsquartal (bis 26. September 2026) nach eigenen Angaben einen Umsatzrekord für ein September-Quartal aufgestellt: 114,5 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der verwässerte Gewinn je Aktie stieg um 14 Prozent auf 2,10 Dollar; beide Werte enthielten einen positiven Effekt aus Zoll-Erstattungen (rund 1 Prozentpunkt bei der Bruttomarge von 47,9 Prozent beziehungsweise 0,05 Dollar je Aktie). Das iPhone-Geschäft erreichte mit 57,6 Milliarden Dollar (+17 Prozent) einen September-Quartalsrekord, die Services-Sparte ein Allzeithoch von 31,6 Milliarden Dollar (Spartenzahlen: The Verge). Zugleich enttäuschte nach dpa-Angaben das Geschäft in Groß-China, und Konzernführer John Ternus verwies auf gestiegene Speicherkosten und Lieferengpässe. Das Gesamtjahr 2026 schloss Apple mit Rekordumsatz von 479 Milliarden Dollar ab; die Quartalsdividende liegt bei 0,27 Dollar je Aktie. Nachbörslich gab die Aktie laut Investing.com rund 2,8 Prozent nach; in Asien standen am Morgen Apple-Zulieferer unter Druck (dpa).
Palantir steigerte den Umsatz im dritten Quartal um 96 Prozent auf 2,31 Milliarden US-Dollar und knackte damit erstmals die Zwei-Milliarden-Marke in einem Quartal. Das US-Geschäft wuchs um 119 Prozent auf 1,94 Milliarden Dollar; das US-Kommerzgeschäft legte um 148 Prozent auf 984 Millionen Dollar zu und überholte erstmals in der Firmengeschichte das US-Regierungsgeschäft (953 Millionen Dollar, +96 Prozent). Der GAAP-Nettogewinn erreichte 1,13 Milliarden Dollar (Marge 49 Prozent), der Gewinn je Aktie 0,44 Dollar. Den Ausblick für das Gesamtjahr hob das Management auf 91 Prozent Umsatzwachstum an. Die Zahlen übertrafen laut Unternehmensmitteilung die Konsenserwartungen deutlich.
An der New Yorker Börse ging es am Montag uneinheitlich zu (Schlusskurse vom 2. November): Der S&P 500 gab nach einem zwischenzeitlichen Plus von 1,1 Prozent nach und schloss 38,67 Punkte tiefer bei 7.541,40 (-0,5 Prozent). Der Nasdaq Composite verlor 272,68 Zähler auf 25.164,32 (-1,1 Prozent); eine morgendliche Erholungsrallye war im Handelsverlauf verpufft, nachdem der Tech- und KI-Sektor weiter geschwächelt hatte (Associated Press). Der Dow Jones stieg dagegen um 213,67 Punkte auf 51.983,98 (+0,4 Prozent); gestützt wurden zyklische Werte laut Marktberichten vom deutlich gefallenen Ölpreis (Zahlen: Associated Press).
Aus Deutschland kamen am späten Abend zwei Prognosekorrekturen: Hugo Boss erwartet für 2026 nun einen währungsbereinigten Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich (bisher mittlerer bis hoher einstelliger Bereich) und ein EBIT von 250 bis 300 Millionen Euro (bisher 300 bis 350 Millionen Euro). Gründe sind höhere Abschreibungen auf IT-Assets sowie vorsichtigere Annahmen zur Konsumnachfrage. Im dritten Quartal sank der Umsatz um 4 Prozent auf 946 Millionen Euro (währungsbereinigt minus 5 Prozent), das EBIT fiel auf 81 Millionen Euro (Marge 8,6 Prozent); die Bruttomarge verbesserte sich um 220 Basispunkte auf 63,3 Prozent. Die vollständigen Q3-Zahlen legt das Unternehmen heute vor.
TeamViewer meldete für das dritte Quartal einen Umsatz von 184,5 Millionen Euro (währungsbereinigt -2,2 Prozent) und ein Annual Recurring Revenue von 736,9 Millionen Euro (-0,6 Prozent währungsbereinigt) bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 42,8 Prozent. Die Umsatzprognose für 2026 wurde auf minus 2 bis minus 1 Prozent gesenkt (bisher 0 bis plus 3 Prozent); die Margenprognose von rund 43 Prozent wurde bestätigt. Als Gründe nennt das Unternehmen verzögerte Enterprise-Abschlüsse und erneute Konjunkturunsicherheit in Europa.
Der Schweizer Auftragshersteller Lonza übernimmt fünf US-Produktionsstandorte von Merck KGaA (Darmstadt) - darunter Standorte in St. Louis, Madison, Verona, Carlsbad und Indianapolis. Der Kaufpreis liegt laut Investing.com im unteren bis mittleren dreistelligen Millionen-Franken-Bereich; Lonza wächst in den USA von vier auf neun Standorte und um rund 1.100 Mitarbeiter. Und Shell verkauft seinen Anteil am australischen North-West-Shelf-LNG-Projekt für rund 1,45 Milliarden US-Dollar an XRG, die Investmentgesellschaft der ADNOC (Branchendienst Upstream).
Der DAX hatte den Montag mit Gewinnen beendet: Schlussstand 25.981,09 Punkte, ein Plus von 162,88 Zählern beziehungsweise 0,63 Prozent (tagesschau-Börsenseite, Kurszeit 17:50 Uhr; passend zum gerundeten dpa-Schlussbericht von 25.981 Punkten). Gestützt hatten laut dpa die deutlich gesunkenen Ölpreise. Am Dienstagmorgen zeigten sich die DAX-Futures im Frühhandel schwach (dpa). Der Euro hatte sich am Montag weiter vom tiefsten Stand seit Mai 2025 erholt und war bis knapp unter 1,12 US-Dollar gestiegen.
Heute legt Hugo Boss die vollständigen Quartalszahlen vor; nach der Prognosesenkung dürften die Details im Fokus stehen. Im Wochenverlauf folgen die Quartalsberichte von Fresenius (Mittwoch, Telefonkonferenz 13:30 Uhr MEZ) und Rheinmetall (Donnerstag, 14:00 Uhr), am Freitag (14:30 Uhr deutscher Zeit) erscheint der offizielle US-Arbeitsmarktbericht für Oktober.
Unsere Einordnung: Die Nacht zeigt zwei Seiten derselben Quartalsaison. Auf der einen Seite wachsen KI-getriebene Geschäftsmodelle mit Raten, die man sonst aus Frühphasen kennt - Palantir mit 96 Prozent Umsatzplus und erstmals mehr Kommerz- als Regierungsumsatz in den USA, Apple mit einem 479-Milliarden-Dollar-Rekordjahr. Auf der anderen Seite korrigieren konsumnahe und europäische Software-Namen wie Hugo Boss und TeamViewer ihre Erwartungen nach unten. Wer diese Spaltung verstehen will, findet Grundlagen in unserem Glossar und der Rubrik Märkte. Den Abend-Überblick vom Montag finden Sie hier.
Apple erzielte im September-Quartal 2026 einen Rekordumsatz von 114,5 Milliarden US-Dollar (+12 Prozent) und einen Gewinn je Aktie von 2,10 Dollar (+14 Prozent). Das iPhone-Geschäft erreichte mit 57,6 Milliarden Dollar einen September-Quartalsrekord, die Services ein Allzeithoch. Das Geschäftsjahr 2026 endete mit Rekordumsatz von 479 Milliarden Dollar; belastend waren China-Schwäche, Speicherkosten und Lieferengpässe.
Beide Unternehmen haben am Abend des 2. November 2026 ihre Jahresprognosen gesenkt: Hugo Boss erwartet nun einen währungsbereinigten Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich und ein EBIT von 250 bis 300 Millionen Euro; TeamViewer senkte die Umsatzprognose auf minus 2 bis minus 1 Prozent (bisher 0 bis plus 3 Prozent).