
Der erste Börsentag der neuen Woche endet in Frankfurt mit einem leichten Plus: Zurückhaltung prägte den Handel, fallende Ölpreise und ein überraschend starker US-Industrieindex stützten die Stimmung. Im Fokus standen außerdem ein milliardenschwerer Pharma-Deal von Fresenius, robuste Konjunkturdaten aus Deutschland und der Eurozone sowie der Ausblick auf die Apple-Zahlen am späten Abend.
Der DAX wurde zum Xetra-Schluss mit 25.981 Punkten berechnet, ein Plus von rund 163 Zählern beziehungsweise 0,6 Prozent gegenüber dem Freitagsschluss von 25.818,21 Punkten (dpa-Schlussbericht); die Marke von 26.000 Punkten wurde im Tagesverlauf zeitweise zurückerobert, zum Xetra-Schluss blieb der Index jedoch darunter. Damit drehte der Leitindex nach einem verhaltenen Start ins Plus - gestützt nach dpa-Angaben vom deutlich gesunkenen Ölpreis. Der Euro stieg im Tagesverlauf bis knapp unter 1,12 US-Dollar. An der Wall Street, deren Handel zum Redaktionszeitpunkt noch lief, wurde die Eröffnung nach dpa-Einschätzung etwas fester gesehen; die Schlussstände vom Freitag hatten noch deutliche Verluste gezeigt (Dow Jones 51.770,31, S&P 500 7.580,07, Nasdaq 25.437,00).
Am Nachmittag überraschte das Institute for Supply Management mit klaren Daten: Der Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie stieg im Oktober auf 55,5 Prozent nach 54,5 Prozent im September - der zehnte Monat in Folge im Expansionsbereich. Der Produktionsindex kletterte auf 59,0 Prozent, den höchsten Stand seit November 2021, auch die Neuaufträge (55,5 Prozent) zogen weiter an. Der Preisindex blieb mit 75,2 Prozent hoch, gab aber gegenüber September (77,9 Prozent) spürbar nach. Der Beschäftigungsindex notierte bei 52,4 Prozent. Die Daten passen zum Bild vom Morgen: Auch die deutsche Industrie wächst nach den finalen S&P-Global-Daten solide weiter (siehe unten).
An der DAX-Spitze stand Fresenius: Der Gesundheitskonzern gab eine exklusive Entwicklungsvereinbarung mit dem Auftragsforscher WuXi Biologics zum Ausbau seiner Biosimilars-Pipeline bekannt. Nach Unternehmensangaben sichert sich Fresenius Zugang zu bis zu 37 potenziellen Biosimilar-Kandidaten; das Portfolio soll von derzeit 29 vermarkteten und in der Entwicklung befindlichen Molekülen auf bis zu 66 im kommenden Jahrzehnt wachsen und adressiert Originalpräparate mit einem Umsatz von mehr als 370 Milliarden Euro. Es sei die bislang größte angekündigte Entwicklungsvereinbarung der Biosimilars-Branche, teilte Fresenius mit. Für die Produktion kann das seit Oktober 2026 vollständig konzerneigene mAbxience-Netzwerk genutzt werden. Passend dazu legt Fresenius am Mittwoch seine Quartalszahlen vor (Telefonkonferenz 13:30 Uhr MEZ).
Die finalen Einkaufsmanagerdaten von S&P Global bestätigten den Aufschwung der deutschen Industrie: Der PMI für das Verarbeitende Gewerbe stieg im Oktober auf 54,2 Punkte nach 53,9 im September - der zweithöchste Stand seit knapp viereinhalb Jahren. Produktion und Neuaufträge wuchsen erneut solide, gestützt auch von Exportaufträgen; der Stellenabbau verlangsamte sich auf den geringsten Wert seit August 2023. Dämpfer: Die Input-Preisinflation beschleunigte sich auf ein Fünf-Monats-Hoch, was die Erwartungen der Unternehmen trübte. Auch für die Eurozone insgesamt meldete S&P Global eine Fortsetzung des Industriewachstums im Oktober.
Bereits am Freitagabend hatte die Ratingagentur Fitch den Ausblick für Frankreichs Bonität von "stabil" auf "negativ" gesenkt - mit Blick auf sich verschlechternde Schuldendynamik, schwächeres Wachstum und höhere Finanzierungskosten, wie Reuters berichtete. Die französische Wirtschaft war im dritten Quartal unerwartet geschrumpft; die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen hatte zuletzt mit mehr als 5,14 Prozent den höchsten Stand seit 2002 erreicht. Die Entscheidung beschäftigte am Montag auch die Rentenmärkte: Deutsche Anleihen zeigten sich zum Wochenstart kaum verändert.
Keine Ruhe fand dagegen die Alstom-Aktie: Nach der heutigen, zweiten Prognosesenkung in diesem Jahr (Margenziel nun etwa 1 Prozent, erwarteter Mittelabfluss von rund 1,5 Milliarden Euro) verlor die Aktie laut dpa weiter und beendete damit ihre zuvor beobachtete Stabilisierung schlagartig. Im frühen Pariser Handel hatte das Papier laut Reuters zeitweise etwa 30 Prozent eingebüßt.
Am späten Abend (23:00 Uhr deutscher Zeit) legt Apple seine Quartalszahlen vor; nach US-Börsenschluss berichtet zudem Palantir. Ergebnisse lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor. Im Wochenverlauf folgen unter anderem Fresenius (Mittwoch, Telefonkonferenz 13:30 Uhr MEZ) und Rheinmetall (Donnerstag, 14:00 Uhr) mit Quartalsberichten; am Freitag (14:30 Uhr deutscher Zeit) erscheint der offizielle US-Arbeitsmarktbericht für Oktober.
Unsere Einordnung: Der Tag lieferte mit dem ISM-Sprung auf 55,5 Prozent und dem deutschen PMI von 54,2 bemerkenswert synchrone Industrie-Stärke auf beiden Seiten des Atlantiks - bei gleichzeitig steigenden Input-Preisen, die in beiden Datensätzen als Risiko genannt werden. Für Sparer und Anleger bleibt das ein Umfeld, in dem Zins- und Inflationsfragen die Märkte weiter dominieren; Hintergründe dazu in unserem Glossar zur Inflation und im Lernpfad zu Zinsen und Tagesgeld. Den Mittags-Überblick mit den Alstom-Details im Original finden Sie hier, die laufenden Kurse in der Rubrik Märkte.
Der ISM-Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie stieg im Oktober 2026 auf 55,5 Prozent nach 54,5 Prozent im September. Es ist der zehnte Monat in Folge mit Wachstum; der Produktionsindex erreichte mit 59,0 Prozent den höchsten Stand seit November 2021.
Fresenius hat eine exklusive Entwicklungsvereinbarung mit WuXi Biologics geschlossen und sichert sich Zugang zu bis zu 37 Biosimilar-Kandidaten. Das Portfolio soll von 29 auf bis zu 66 Moleküle wachsen; adressiert werden Originalpräparate mit mehr als 370 Milliarden Euro Umsatz. Es ist laut Fresenius die größte angekündigte Entwicklungsvereinbarung der Biosimilars-Branche.