
Die Börsenwoche ist mit einem deutlichen Dämpfer zu Ende gegangen: Ein Tech-Ausverkauf an der Wall Street hat auch den DAX am Freitag belastet, dazu gab es Bewegung bei Gold und Öl. In Deutschland ist die Inflation im Oktober einer ersten Schätzung zufolge spürbar gesunken. Der Überblick am Samstagmorgen.
Der DAX hat die Handelswoche am Freitag schwächer beendet: Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index laut dpa-AFX mit 25.818 Punkten berechnet, ein Minus von 0,9 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss. Den exakten Stand wies tagesschau.de um 17:50 Uhr mit 25.818,21 Punkten (-0,85 Prozent, 221,47 Punkte im Minus) aus. In den USA war der Ausverkauf bei Technologiewerten deutlicher - die Schlussstände von Freitag ("Schluss gestern", Wall Street aktuell geschlossen): Der Dow Jones Industrial schloss bei 51.770,31 Punkten (-1,09 Prozent), der S&P 500 bei 7.580,07 Punkten (-1,82 Prozent, laut AP der schwächste Tag seit Juni) und der Nasdaq Composite bei 25.437,00 Punkten (-2,86 Prozent). Auf Monatssicht verlor der Nasdaq 100 im Oktober 6,7 Prozent, der Dow Jones legte dagegen um 1,7 Prozent zu (dpa-AFX). Aktuelle Kurse und Charts wie immer auf finanz-adjust.de/maerkte/.
Deutsche HVPI-Inflation sinkt im Oktober deutlicher als erwartet (FinanzNachrichten). Die Teuerung in Deutschland ist im Oktober auf 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gesunken, wie das Statistische Bundesamt in seiner ersten Schätzung mitteilte - Volkswirte hatten mit 3,0 Prozent gerechnet, im September hatte die Rate noch 3,3 Prozent betragen. Dämpfend wirkte der seit Monatsbeginn geltende Tankrabatt, der die Spritpreise an den Zapfsäulen gedrückt hat. Trotzdem lagen die Energiepreise 12,2 Prozent über dem Vorjahr (Vormonat: knapp 15 Prozent). Lebensmittel verteuerten sich nur um 0,4 Prozent, Dienstleistungen um 2,5 Prozent. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer warnte laut tagesschau.de vor zu früher Entwarnung: Um die Jahreswende dürfte die Inflation wieder über drei Prozent liegen. Auch die Bundesbank rechnet damit, dass die Rate merklich anzieht, wenn der Tankrabatt zum Jahresende ausläuft. (tagesschau.de)
ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Tech-Ausverkauf wegen Amazon und Intel (FinanzNachrichten). An der Wall Street setzte sich der Ausverkauf bei KI- und Technologiewerten am Freitag fort. Intel verlor rund 29 Prozent - der schlimmste Tag seit 1974 -, nachdem der Chiphersteller trotz eines soliden dritten Quartals (Umsatz plus 21 Prozent auf 16,5 Milliarden US-Dollar) einen schwächeren Ausblick gegeben hatte; als Gründe nannte CNBC eine Werkschließung in Israel und die anhaltende PC-Markt-Schwäche. Nvidia gab etwa 4 Prozent nach, Broadcom gut 5 Prozent, Qualcomm rund 11 Prozent. Der Nasdaq liegt damit gut 8 Prozent unter seinem jüngsten Rekordhoch (CNBC). (CNBC)
Dax lässt deutlich nach - Tech-Zahlen und Energiepreise belasten (FinanzNachrichten). Auf der Kursseite von tagesschau.de zeigte sich am Freitag auch bei Rohstoffen Bewegung: Gold fiel um 148,60 US-Dollar (-3,69 Prozent) auf 3.875,36 US-Dollar (Kurszeit 21:59:59 Uhr), während die Ölreferenz Brent Dated um 3,13 Prozent auf 113,62 US-Dollar stieg (tagesschau.de, Stand 30. Oktober). Im DAX führte Bayer die Gewinnerliste mit einem Plus von 5,46 Prozent auf 50,58 Euro an.
ROUNDUP: Forvia Hella mit stabilem Umsatz - Ergebnis geht zurück (FinanzNachrichten). Der Autozulieferer und Scheinwerferhersteller hat seine Finanzergebnisse für die ersten neun Monate 2026 vorgelegt.
Okta To Replace Kenvue In S&P 500 (FinanzNachrichten). Der Identitäts-Spezialist Okta rückt laut Mitteilung für Kenvue in den US-Leitindex S&P 500 nach.
Devisen: Eurokurs gestiegen - EZB-Referenzkurs: 1,1172 US-Dollar (FinanzNachrichten). Die Europäische Zentralbank hat den Referenzkurs des Euro am Freitag auf 1,1172 US-Dollar festgesetzt.
Wochenausblick: Einkaufsmanager, Berichtssaison und US-Arbeitsmarktdaten (FinanzNachrichten). Zum Wochenauftakt am Montag stehen Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe in China und den USA auf dem Kalender, um 16:00 Uhr kommt der vielbeachtete ISM-Index; nach US-Börsenschluss legen Palantir (22:00 Uhr) und Apple (22:30 Uhr) ihre Quartalszahlen vor (FinanzNachrichten). In Deutschland geht die Berichtssaison weiter: Am Dienstag legen Bayer und die Lufthansa Zahlen zum dritten Quartal vor, am Mittwoch folgen unter anderem BMW und Continental, am Donnerstag Deutsche Telekom, Commerzbank und DHL. Am Freitag erscheint der US-Arbeitsmarktbericht.
Die Woche endet mit zwei sich ergänzenden Signalen. In den USA korrigiert der Markt gerade die hohen Erwartungen an KI-Werte: Ein einziger vorsichtiger Ausblick von Intel hat gereicht, um den Nasdaq fast drei Prozent nach unten zu ziehen - gemessen am jüngsten Rekordhoch beträgt der Rückgang inzwischen gut 8 Prozent (CNBC). In Deutschland zeigt die Inflationsrate von 2,8 Prozent, wie stark staatliche Eingriffe wie der Tankrabatt die gemessene Teuerung beeinflussen: Der Effekt ist nach Einschätzung der Bundesbank befristet, ohne ihn läge die Rate höher. Für Sparer und Anleger bleibt damit die Frage zentral, wie die Inflation und die Reaktion der Notenbanken auf den Leitzins zusammenspielen - gerade vor einer Woche mit neuen US-Arbeitsmarktdaten und weiteren Quartalszahlen. Die Entwicklung der vergangenen Tage haben wir in den Abend-Überblicken dieser Woche dokumentiert.
Nach der ersten Schätzung des Statistischen Bundesamts fiel die Teuerungsrate von 3,3 Prozent im September auf 2,8 Prozent im Oktober - erwartet waren 3,0 Prozent. Hauptgrund ist der seit Monatsbeginn geltende Tankrabatt, der die Spritpreise gedrückt hat. Energie war aber immer noch 12,2 Prozent teurer als vor einem Jahr, und die Bundesbank erwartet steigende Raten, sobald der Tankrabatt zum Jahresende ausläuft.
Der Dow Jones schloss bei 51.770,31 Punkten (-1,09 Prozent), der S&P 500 bei 7.580,07 Punkten (-1,82 Prozent, laut AP der schwächste Tag seit Juni) und der Nasdaq Composite bei 25.437,00 Punkten (-2,86 Prozent). Belastet haben vor allem KI- und Tech-Werte: Intel verlor rund 29 Prozent nach einem vorsichtigen Ausblick.