
Der Dienstag gehörte der Berichtssaison - und sie lieferte einen breiten Querschnitt: Fresenius Medical Care engt nach einem Gewinnrückgang die Jahresziele ein, Zalando wächst profitabel dank B2B-Schwung, Pfizer hebt die Prognose an, und bei Ceconomy steht der chinesische Einstieg unmittelbar vor dem Vollzug. Der DAX zeigte sich derweil schwächer.
Der DAX beendete den Handel laut den Schlussberichten von finanzen.at und Teleborsa mit einem Minus von 0,45 Prozent bei 25.864,62 Punkten. Damit liegt nun eine übereinstimmende Schlussangabe beider Berichte vor; die zuvor auf der tagesschau-Börsenseite angezeigte, dazu widersprüchliche Veränderung übernehmen wir nicht. Laut einem dpa-AFX-Marktbericht vom Mittag prägten Tech-Schwäche, gestiegene Ölpreise und Quartalszahlen den Handel. Apple stand im vorbörslichen US-Handel nach Hinweisen auf steigende Speicherkosten unter Druck.
Fresenius Medical Care (FMC) hat im dritten Quartal einen Umsatz von 4,94 Milliarden Euro erzielt (+1 Prozent, währungsbereinigt -1 Prozent). Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen sank um 5 Prozent auf 545 Millionen Euro; berichtet fiel es wegen einmaliger Kosten von 108 Millionen Euro aus der neu ausgerichteten China-Strategie um 19 Prozent auf 384 Millionen Euro, der Nettogewinn um 42 Prozent auf 160 Millionen Euro. Als Belastungen nennt das Unternehmen regulatorische Effekte (TDAPA-Erstattungsregeln in den USA) und Inflationskosten; das Dialysesystem 5008X läuft inzwischen in 348 US-Kliniken mit 1,3 Millionen Behandlungen. Für das Gesamtjahr engt FMC die Prognose auf die untere Hälfte der bisherigen Spanne ein: Der Umsatz soll annähernd flach bleiben, das operative Ergebnis (bereinigt) zwischen null Prozent und einem mittleren einstelligen Rückgang liegen. Der neue Konzernchef Shervin Korangy, seit drei Wochen im Amt, kündigte an, die Ergebnisentwicklung verbessern zu wollen.
Zalando steigerte im dritten Quartal das Handelsvolumen (GMV) um 7,5 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro und den Umsatz um 5,1 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT wuchs um 10,6 Prozent auf 107 Millionen Euro (Marge 3,4 Prozent). Treiber war das B2B-Geschäft: Umsatz plus knapp 28 Prozent auf 354 Millionen Euro, das bereinigte EBIT mehr als verdoppelt auf 42 Millionen Euro (Marge 11,9 Prozent nach 7,1 Prozent). Die Zahl der aktiven Kunden stieg auf den Rekordwert von 63,2 Millionen. Zalando bestätigte die Jahresprognose (GMV- und Umsatzwachstum in der unteren Hälfte der Spanne von 12 bis 17 Prozent, bereinigtes EBIT 680 bis 720 Millionen Euro) und kündigte mit "Zalando Extended" eine Plattform-Erweiterung an, über die ab 2027 ein eigener KI-Agent Bestellungen aus Fremdshops abwickeln soll.
Pfizer meldete für das dritte Quartal einen Umsatz von 16,6 Milliarden US-Dollar (operativ annähernd auf Vorjahresniveau); ohne die CoViD-Produkte wuchs der Umsatz operativ um 7 Prozent, die neu eingeführten und zugekauften Produkte um 32 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,87 Dollar (berichtet 0,56 Dollar). Der Konzern hob die Umsatzprognose für 2026 um 1,5 Milliarden Dollar im Mittel auf 62,0 bis 64,0 Milliarden Dollar an und die Zielspanne für den bereinigten Gewinn je Aktie auf 2,95 bis 3,05 Dollar. Zudem wurde Cecile Guegan zur neuen Finanzchefin ernannt.
Die Übernahme von Ceconomy, der Mutter von MediaMarktSaturn, durch den chinesischen Handelskonzern JD.com steht unmittelbar vor dem Abschluss: Die EU-Kommission hat die Transaktion nach der Verordnung über Drittstaatensubventionen (FSR) genehmigt - nach Angaben von Ceconomy die letzte ausstehende behördliche Freigabe. Die Nachrichtenagentur dts meldete eine Genehmigung unter Auflagen. Zuvor hatten bereits die Investitionskontrollen in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Österreich gegrünes Licht gegeben. Damit sind alle Angebotsbedingungen erfüllt; der Vollzug soll binnen Tagen erfolgen. Ceconomy kommt nach Unternehmensangaben auf mehr als 1.000 Märkte und rund 50.000 Beschäftigte.
TeamViewer gab nach der am Morgen bekannt gewordenen Senkung der Umsatzprognose deutlich nach (dpa). Bayer verzeichnete laut dem dpa-AFX-Mittagsbericht nach dem angehobenen Ausblick deutliche Kursgewinne, Schaeffler stand nach der Ankündigung des Stellenabbaus im Fokus. Für morgen Mittwoch ist der Quartalsbericht von Fresenius angekündigt (Telefonkonferenz 13:30 Uhr MEZ), am Donnerstag folgt Rheinmetall (14:00 Uhr) und am Freitag der offizielle US-Arbeitsmarktbericht (14:30 Uhr deutscher Zeit).
Unsere Einordnung: Der Tag zeigt, wie breit die Berichtssaison inzwischen gestreut ist - vom eingeschränkten Ausblick bei Fresenius Medical Care über Zalandos stillen B2B-Erfolg bis zu Pfizers Prognoseerhöhung. Bei FMC belasten Erstattungsregeln und Inflation das Ergebnis; bei Zalando tragen dagegen B2B-Wachstum und Effizienz zur höheren Marge bei. Grundlagen zu Margen und Gewinnkennzahlen erklärt unser Glossar; die Kurse im Tagesverlauf stehen unter Märkte. Den Mittags-Überblick mit Lufthansa, Schaeffler und Bayer finden Sie hier.
FMC erzielte einen Umsatz von 4,94 Milliarden Euro (+1 Prozent). Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen sank um 5 Prozent auf 545 Millionen Euro; der berichtete Nettogewinn fiel unter anderem wegen einmaliger China-Kosten von 108 Millionen Euro um 42 Prozent auf 160 Millionen Euro. Die Jahresprognose für das operative Ergebnis wurde auf null bis minus mittlerer einstelliger Prozentbereich eingeengt.
Ja. Die EU-Kommission hat die Übernahme von Ceconomy (MediaMarktSaturn) durch JD.com am 3. November 2026 nach der Drittstaatensubventionsverordnung genehmigt. Laut Ceconomy sind damit alle Angebotsbedingungen erfüllt; der Vollzug soll laut Ceconomy binnen Tagen erfolgen.