
Ein Depot ist in wenigen Tagen eröffnet, wenn die Unterlagen stimmen. Dieser Artikel zeigt dir den üblichen Ablauf, die Pflichtangaben und typische Stolperstellen. Die Reihenfolge kann sich bei jedem Anbieter leicht unterscheiden, der Kern ist aber gesetzlich vorgegeben.
§ 11 des Geldwäschegesetzes (GwG) verlangt: Verpflichtete, dazu zählen Banken und Broker, müssen ihre Vertragspartner vor Begründung der Geschäftsbeziehung identifizieren. Bei natürlichen Personen werden Vor- und Nachname, Geburtsort, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit und eine Wohnanschrift erhoben. Sind das schon Daten aus einer früheren Identifizierung, kann der Anbieter laut § 11 Absatz 3 darauf zurückgreifen, wenn er sie aufgezeichnet hat und keine Zweifel bestehen.
§ 12 GwG nennt die zulässigen Prüfwege für natürliche Personen. Dazu gehören ein gültiger amtlicher Ausweis mit Lichtbild, der elektronische Identitätsnachweis (zum Beispiel die Online-Ausweisfunktion des Personalausweises), eine qualifizierte elektronische Signatur, ein notifiziertes elektronisches Identifizierungssystem und bestimmte Dokumente nach der Zahlungskonto-Identitätsprüfungsverordnung. Welche Wege dir ein Anbieter konkret anbietet, steht in seinem Antragsprozess. Du musst nichts auswählen, was dir nicht angeboten wird. Achte darauf, dass du nur über die offizielle Website oder App des Anbieters gehst. Gib Ausweisbilder niemals über Links aus unerwarteten Nachrichten ab.
| Angabe | Wofür | Hinweis |
|---|---|---|
| Ausweis oder Pass | Identitätsprüfung nach § 12 GwG | Gültig, mit Lichtbild. |
| Steuer-Identifikationsnummer | Steuerabzug und Freistellungsauftrag | Ohne sie ist ein Freistellungsauftrag laut § 44a EStG unwirksam. |
| Wohnanschrift, Geburtsort, Staatsangehörigkeit | Pflichtangaben nach § 11 GwG | Müssen zum Ausweis passen. |
| IBAN eines Referenzkontos | Ein- und Auszahlungen | Oft Voraussetzung für die Freischaltung. |
Die Steuer-Identifikationsnummer ist kein Selbstzweck. Nach § 44a Absatz 2a EStG kann ein Freistellungsauftrag nur erteilt werden, wenn der Gläubiger der Kapitalerträge seine Identifikationsnummer mitteilt. Bei gemeinsamen Aufträgen von Ehegatten gilt das auch für die Nummer des Ehegatten. Was der Freistellungsauftrag bewirkt, erklärt der Artikel Sparer-Pauschbetrag und Freistellungsauftrag.
Die Verbraucherzentrale listet in ihrer Checkliste Verfahren zur Sicherung von Online-Transaktionen auf. Als am wenigsten sicher gelten demnach Listen mit Transaktionsnummern (TAN) und die indizierte TAN. Prüfe, welche Verfahren dein Anbieter nutzt und ob Kosten anfallen. Zugangsdaten gehören nicht in E-Mails oder Chats. Bei Verlust oder Verdacht auf unbefugten Zugriff nennt die BaFin den Sperr-Notruf 116 116, außerdem die Sperrung im Online-Banking oder per Hotline des Instituts. Informiere dich vorher, wie das bei deinem Anbieter geht.
Wer schon ein Depot hat, kann den Übertrag laut BaFin gleich bei der Eröffnung beauftragen. Er ist kostenfrei, kann aber mehrere Wochen dauern, weil verschiedene Lagerstellen beteiligt sind. In dieser Zeit kannst du die Papiere nicht handeln. Das Altdepot kündigst du separat, sonst läuft die Grundgebühr weiter. Anschaffungsdaten, die für die Steuer wichtig sind, sollten mit übertragen werden. Fehlen sie oder sind sie falsch, verweist die BaFin auf die Finanzbehörden und die steuerberatenden Berufe, weil die Regeln dafür aus dem Steuerrecht stammen. Mehr zu Depotwechseln im Artikel Was ist ein Wertpapierdepot?
Ein gedachter Ablauf, damit du Zeiträume einschätzen kannst. Tag 1: Antrag online ausfüllen, rund 15 Minuten, wenn Ausweis und Steuer-ID bereitliegen. Tag 1 oder 2: Identifizierung per Online-Ausweisfunktion oder dem Verfahren, das der Anbieter anbietet. Tag 2 bis 5: Prüfung und Freischaltung durch den Anbieter, Zugangsdaten per E-Mail oder Post. Danach: Einzahlung vom Referenzkonto, die je nach Bank ein bis zwei Bankarbeitstage dauern kann. Die Zeiten sind Schätzwerte, keine Zusagen. Fragst du beim Anbieter nach, erhältst du die tatsächliche Bearbeitungsdauer.
Bei einem Gemeinschaftsdepot werden in der Regel alle Inhaber identifiziert, jeder mit eigenen Angaben. Für Minderjährige nennt § 12 GwG eine eigene Regel: Zur Identifizierung der minderjährigen Person kann eine elektronisch oder auf dem Postweg übersandte Kopie der Geburtsurkunde ausreichen, sofern der gesetzliche Vertreter anhand der genannten Wege überprüft wurde und die Steuer-ID erhoben wird. Die Einzelheiten legt der Anbieter fest. Für Eltern lohnt es sich, vorher zu fragen, wer verfügungsberechtigt ist und ab wann sich das ändert.
Ein eröffnetes Depot bedeutet nicht, dass eine Geldanlage sinnvoll für dich ist. Wertpapiere können im Wert fallen. Dieser Artikel beschreibt nur den Ablauf. Er nennt keinen Anbieter. Nutze zum Vergleich Kriterien wie Kosten, Handelsplätze und Sicherheit.
Lege dir vor dem Antrag einen Zettel mit den Pflichtangaben an. Öffne dann den Antrag des Anbieters, ohne ihn abzuschicken, und gleiche die Felder ab. Lies das Preis- und Leistungsverzeichnis, bevor du unterschreibst. Nach der Freischaltung kontrollierst du Depotnummer, Verrechnungskonto und Freistellungsauftrag im Online-Zugang.
Stand: 20.10.2026. Bildungsinhalt, keine Anlageberatung oder Steuer-/Rechtsberatung. Mehr dazu im Risikohinweis.
Weil Banken und Broker nach § 11 Geldwäschegesetz ihre Kunden vor Beginn der Geschäftsbeziehung identifizieren müssen.
Vor- und Nachname, Geburtsort, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit und Wohnanschrift (§ 11 Absatz 4 GwG).
Für einen Freistellungsauftrag ja, laut § 44a Absatz 2a EStG. Ohne Identifikationsnummer ist er unwirksam.
Das bestimmt der Anbieter. Ein Depotübertrag aus einem Altdepot kann laut BaFin mehrere Wochen dauern.