
Stand: 25.10.2026, Vormittag
Die Wiener Börse definiert den Cashflow als Nettozufluss an Geld, der einem Unternehmen in einem bestimmten Zeitraum zur Verfügung steht (Börsenlexikon, abgerufen 25.10.2026). Der Gewinn allein sagt das nicht: Er enthält Abschreibungen, die kein Geld kosten, und lässt Geldabflüsse wie den Aufbau von Vorräten oder wachsende Kundenforderungen außen vor.
Der Free Cashflow geht einen Schritt weiter: Vom Netto-Cashflow werden die Investitionen in die laufende Geschäftstätigkeit abgezogen, Desinvestitionen kommen hinzu. Wikipedia beschreibt ihn als frei verfügbaren Cashflow, der verdeutlicht, wie viel Geld für Dividenden der Anteilseigner oder für die Tilgung der Fremdfinanzierung verbleibt (Artikel Cashflow, abgerufen 25.10.2026).
Strukturbeispiel: Ein Unternehmen erwirtschaftet einen operativen Geldzufluss von 120 Millionen Euro und investiert 80 Millionen Euro in Maschinen und Anlagen. Der Free Cashflow liegt bei 40 Millionen Euro. Nur dieser Betrag steht rechnerisch für Ausschüttungen, Tilgung oder Rücklagenbildung zur Verfügung.
Ein dauerhaft positiver Free Cashflow zeigt, dass das Geschäft mehr Geld erwirtschaftet, als es bindet. Ein negativer Wert ist nicht automatisch schlecht: Wer gerade eine Fabrik baut, investiert bewusst mehr. Entscheidend sind die Entwicklung über mehrere Jahre und die Frage, ob die Investitionen später Erträge bringen. Die Herkunft der Zahlen erklärt der Artikel zur Kapitalflussrechnung, die Ausschüttungsseite behandelt der Lernpfad zu Dividenden und Ausschüttungen. Keine Anlageberatung.
Ja. Hohe Investitionen, wachsende Vorräte oder ausstehende Kundenzahlungen binden Geld, das im Gewinn nicht als Abfluss sichtbar ist.
Weil er auf tatsächlichen Zahlungsströmen beruht und nicht auf bilanzpolitischen Wahlrechten. Auch er ist aber nicht fälschungssicher - er ist ein Baustein, kein Alarmsystem.
Viele Unternehmen weisen ihn im Geschäftsbericht direkt aus. Sonst lässt er sich aus der Kapitalflussrechnung ableiten: operativer Cashflow minus Investitionsauszahlungen.