
Stand: 26.10.2026, Abend
Das Börsenlexikon der Wiener Börse definiert das Bruttoinlandsprodukt (abgerufen 26.10.2026) als den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die innerhalb eines Jahres in einer Volkswirtschaft zum Verbrauch hergestellt werden. Zwei Wörter tragen dabei die Last: Gesamtwert - es geht um alles Produzierte in Summe - und innerhalb: Es zählt die Produktion im Inland, unabhängig davon, wem die produzierenden Unternehmen gehören.
Das Statistische Bundesamt veröffentlicht das BIP vierteljährlich in mehreren Varianten (Tabelle abgerufen 26.10.2026, Stand 25.08.2026): in jeweiligen Preisen, also nominal; preisbereinigt und verkettet als Index (2020 = 100); und saison- sowie kalenderbereinigt. Für das 2. Quartal 2026 stehen dort: 1.151,03 Mrd. Euro nominal, ein Plus von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal; preisbereinigt liegt die Veränderung zum Vorjahresquartal bei 1,0 Prozent und die saison- und kalenderbereinigte Veränderung zum Vorquartal bei 0,3 Prozent. Der Abstand zwischen den 3,8 Prozent nominal und 1,0 Prozent preisbereinigt ist direkt in der Tabelle ablesbar - er zeigt, wie viel der nominalen Bewegung auf die Preisentwicklung entfällt. Genau deshalb lesen Konjunkturbeobachter die preisbereinigte Reihe, wenn es um das reale Wachstum geht.
Ein Quartalswert ist ein Datenpunkt: Er sagt, wie gross die Produktion war und wie sie sich verändert hat - nicht, wie lange eine Richtung trägt. Dafür braucht es den Verlauf über mehrere Quartale und die Begleitindikatoren: die Stimmungsdaten des ifo-Index, die Arbeitsmarktdaten und den Gesamtrahmen des Konjunkturzyklus. Keine Anlageberatung.
Nominal wird zu jeweiligen Preisen bewertet - Preisveränderungen sind enthalten. Preisbereinigt rechnet die Preisentwicklung heraus und zeigt die reale Mengenentwicklung. Destatis veröffentlicht beide Reihen.
Destatis veröffentlicht Vierteljahresangaben. Die Werte des 2. Quartals 2026 trugen beim Abruf am 26.10.2026 den Stand 25.08.2026.
Quartale haben regelmässige Muster - Ferien, Wetter, Arbeitstage. Die Saison- und Kalenderbereinigung rechnet diese Muster heraus, damit der Vergleich zum Vorquartal die konjunkturelle Bewegung zeigt.