FA WISSEN / LERNPFAD
Fondskosten durchschauen
Welche Kosten stecken wirklich in meinem Fonds oder ETF, und was kosten sie mich über die Jahre?
Fondskosten sind leise, aber gnadenlos: Sie fallen jedes Jahr an, egal ob der Markt steigt oder fällt. Dieser Pfad führt dich durch alle Kostenstellen - von der Gesamtkostenquote über Ausgabeaufschlag und Verwaltungsgebühr bis zum Spread beim Handel - und zeigt mit der Tracking Difference, wie teuer ein ETF wirklich ist. Am Ende kannst du einen aktiven Fonds und einen ETF sauber nebeneinanderlegen.
- Zielgruppe
- Alle
- Dauer
- ca. 2 Stunden
- Voraussetzungen
- ETF-Grundlagen (Lernpfad 04).
- Lernziel
- Du findest alle Kostenstellen eines Fonds oder ETF und rechnest ihre Langzeitwirkung.
Schritte
Dein Fortschritt bleibt nur auf diesem Gerät gespeichert (localStorage), nicht auf einem Server.
Gesamtkostenquote (TER)
Die TER: die wichtigste laufende Kennzahl im Factsheet.
Ausgabeaufschlag
Der Einstiegspreis: Wann ein Aufschlag anfällt und wie er wirkt.
Verwaltungsgebühr
Die laufende Gebühr im aktiven Fonds, die jedes Jahr zieht.
Spread
Die versteckte Handelskosten: Geld-Brief-Spanne beim Kauf.
Tracking Difference und Tracking Error: Was die beiden Kennzahlen messen
Was der ETF wirklich hinter dem Index zurücklässt - und wie stabil die Nachbildung ist.
Kostenvergleich: ETF gegen aktiven Fonds im Detail
Der direkte Vergleich: typische Kostenbilder beider Welten nebeneinander.
ETF-Kostenrechner
Praxisschritt: Rechne die Kostenwirkung deines eigenen Fonds durch.
Begriffe auf diesem Weg
Gesamtkostenquote (TER)AusgabeaufschlagVerwaltungsgebührSpread
Abschluss-Check
Aufgaben
Überlege zuerst selbst, dann klappe die Musterlösung auf.
Ein aktiver Fonds wirbt mit 1,5 Prozent Verwaltungsgebühr, ein ETF mit 0,2 Prozent TER. Der Berater sagt, die Gebühr sei bei guter Leistung egal. Was entgegnest du?
Die Gebühr fällt jedes Jahr an, egal wie das Jahr läuft, und mindert die Basis des Zinseszinses. Um den Kostennachteil von 1,3 Prozentpunkten auszugleichen, muss der aktive Fonds Jahr für Jahr rund 1,3 Prozentpunkte besser laufen als der Markt - eine Hürde, die mit jedem Jahr schwerer zu überspringen ist, weil die Kostenlücke mitwächst.
Ein ETF hat eine TER von 0,20 Prozent, hinkt seinem Index im Jahresschnitt aber nur um 0,05 Prozent hinterher. Wie kann das sein?
Die Tracking Difference kann besser ausfallen als die TER, etwa durch Erträge aus Wertpapierleihe oder steuerliche Effekte im Fondsdomizil. Deshalb ist die gemessene Tracking Difference die ehrlichere Zahl als die TER allein.
Du kaufst einen ETF für 10.000 Euro. Geld-Brief-Spanne 0,3 Prozent, Ausgabeaufschlag null. Was kostet dich der Einstieg ungefähr, und wann fällt die Spanne erneut an?
Etwa 30 Euro durch den Spread (vereinfacht auf den Kaufpreis gerechnet), plus Ordergebühr des Brokers. Die Spanne fällt beim Verkauf erneut an - Spreads sind Transaktionskosten, keine laufenden Kosten.
Quiz-Selbsttest
Antworte zuerst im Kopf, dann klappe die Antwort auf.
Was ist der Unterschied zwischen TER und Tracking Difference?
Die TER ist die vom Anbieter ausgewiesene laufende Kostenquote. Die Tracking Difference misst die tatsächliche Renditedifferenz zum Index über eine Periode - darin spiegeln sich Kosten und Gegeneffekte wie Wertpapierleihe-Erträge wider.
Wo findest du die Kostenangaben eines Fonds verbindlich?
Im Basisinformationsblatt (KID/PRIIP) und im Factsheet des Anbieters. Dort stehen laufende Kosten, Ausgabe- und Rücknahmeaufschläge sowie transaktionsbezogene Angaben.
Allgemeine Information, keine Anlageberatung. Risikohinweis