
Stand: 25.10.2026, Vormittag
Eigenkapital sind nach dem Börsenlexikon der Wiener Börse Mittel, die von den Eigentümern eines Unternehmens zu dessen Finanzierung aufgebracht oder als erwirtschafteter Gewinn im Unternehmen belassen werden - Grundkapital plus Rücklagen plus Bilanzgewinn beziehungsweise -verlust (abgerufen 25.10.2026). Die Eigenkapitalquote setzt dieses Polster ins Verhältnis zum Gesamtkapital, also zur Bilanzsumme. Wikipedia beschreibt sie als bedeutendste vertikale Bilanzkennzahl, die Auskunft über die Kapitalstruktur gibt (abgerufen 25.10.2026).
Strukturbeispiel: Ein Unternehmen bilanziert 40 Millionen Euro Eigenkapital bei einer Bilanzsumme von 100 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote liegt bei 40 Prozent, der Fremdkapitalanteil bei 60 Prozent.
Der Verschuldungsgrad kehrt die Perspektive um: Er setzt das Fremdkapital ins Verhältnis zum Eigenkapital und gibt damit Auskunft über die Finanzierungsstruktur (Wikipedia-Artikel Verschuldungsgrad, abgerufen 25.10.2026). Im Strukturbeispiel oben: 60 geteilt durch 40 ergibt einen Verschuldungsgrad von 150 Prozent. Wikipedia weist auf den Zusammenhang hin: Mit steigendem Verschuldungsgrad geht eine Erhöhung des Kreditrisikos für Gläubiger einher.
Beide Kennzahlen beschreiben dieselbe Bilanz aus zwei Richtungen und steigen beziehungsweise fallen spiegelbildlich. Was als angemessen gilt, hängt von der Branche ab: Stabile Erträge ertragen mehr Fremdfinanzierung als schwankende. Wichtig ist der Trend über mehrere Jahre und der Vergleich mit ähnlichen Unternehmen. Zur Bewertungsseite passt das KBV, zum nächsten Schritt die Bilanz im Detail. Keine Anlageberatung.
Nein. Was angemessen ist, hängt von Branche, Geschäftsmodell und Ertragsstabilität ab. Pauschale Richtwerte helfen höchstens als grobe Orientierung.
Rechnerisch ja, wenn das Eigenkapital durch Verluste unter null gefallen ist. Dann ist das Unternehmen bilanziell überschuldet und die Kennzahl nicht mehr sinnvoll interpretierbar.
Weil das Eigenkapital die Haftungsmasse für Gläubiger ist. Je dicker das Polster, desto eher werden Schulden auch in schlechten Zeiten bedient - siehe <a href="/glossar/bonitaet/">Bonität im Glossar</a>.