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Rendite richtig berechnen: Warum der CAGR ehrlicher rechnet als der Durchschnitt

Von der FA Redaktion · 23.10.2026, 11:05 Uhr · mit KI-Unterstützung erstellt einordnung
Rendite richtig berechnen: Warum der CAGR ehrlicher rechnet als der Durchschnitt
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Stand: 23.10.2026

Zwei Anlagen, zwei Behauptungen, eine Frage: Was ist die wahre Rendite? Die Antwort hängt davon ab, wie du rechnest. Der naive Durchschnitt der Jahresrenditen (arithmetisch) schmeichelt fast immer. Der geometrische Durchschnitt - die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate, kurz CAGR - sagt die Wahrheit.

Das Wichtigste in Kürze
  • CAGR = durchschnittliche jährliche Wachstumsrate über einen Zeitraum, geometrisch gerechnet.
  • Formel: (Endwert / Anfangswert) hoch (1 / Jahre) minus 1.
  • Der arithmetische Schnitt ignoriert den Zinseszins und überzeichnet schwankende Anlagen.
  • Nach minus 50 Prozent braucht es plus 100 Prozent, nicht plus 50.

Das Beispiel, das alles zeigt

Eine Anlage startet mit 10.000 Euro. Jahr eins: minus 50 Prozent, Zwischenstand 5.000 Euro. Jahr zwei: plus 60 Prozent, Endstand 8.000 Euro. Der arithmetische Durchschnitt der beiden Jahresrenditen lautet plus 5 Prozent pro Jahr. Klingt nach einem kleinen Gewinn - tatsächlich hast du 2.000 Euro verloren. Der CAGR rechnet: (8.000 / 10.000) hoch (1/2) minus 1, das ergibt rund minus 10,6 Prozent pro Jahr. Nur diese Zahl beschreibt, was wirklich mit deinem Geld passiert ist.

Die Formel in der Praxis

Der CAGR braucht nur drei Angaben: Anfangswert, Endwert, Jahre. Aus 25.000 Euro, die in 8 Jahren auf 41.000 Euro gewachsen sind, wird: (41.000 / 25.000) hoch (1/8) minus 1, also rund 6,4 Prozent pro Jahr. Zum Nachrechnen: Renditerechner. Wichtig: Der CAGR glättet den Weg. Er sagt nichts darüber, wie holprig er war - dafür gibt es Volatilität und Drawdown. Und bei laufenden Ein- und Auszahlungen (Sparplan) taugt die einfache Formel nicht; dann braucht es den internen Zinsfuß (IRR/XIRR), den viele Depot-Auswertungen und Tabellenfunktionen liefern.

Typische Vergleichsfehler

Drei Fehler sieht man ständig. Erstens: Jahresrenditen arithmetisch mitteln und als langfristige Rate ausgeben (Beispiel oben). Zweitens: Zeiträume mit unterschiedlicher Länge an Gesamtrenditen messen - 30 Prozent in drei Jahren schlagen 40 Prozent in zehn Jahren (CAGR 9,1 gegen 3,4 Prozent). Drittens: Kosten und Steuern unter den Tisch fallen lassen; vergleichbar ist nur die Nettorendite nach allem. Wer diese drei Punkte beachtet, liest Werbeprospekte und Depotauszüge mit anderen Augen.

Einordnung: Rechenmethodik mit Beispielen, keine Anlageberatung.

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Häufige Fragen

Was bedeutet CAGR?

Compound Annual Growth Rate: die konstante Jahresrendite, die vom Anfangs- zum Endwert geführt hätte. Formel: (Endwert / Anfangswert) hoch (1 / Jahre) minus 1.

Warum ist der Durchschnitt der Jahresrenditen falsch?

Weil er den Zinseszins ignoriert. Nach einem Verlust braucht es prozentual mehr Gewinn zum Ausgleich; das arithmetische Mittel blendet diese Asymmetrie aus.

Wie vergleiche ich zwei Anlagen fair?

Beide über denselben Zeitraum als CAGR und nach Kosten und Steuern. Ergänzend Schwankung und maximalen Verlust (Drawdown) betrachten.

Quellen: Verbraucherzentrale: Sparen und Anlegen (Wissensportal)
Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und Einordnung. Er ist keine Anlageberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Kursdaten können verzögert oder fehlerhaft sein. Mehr dazu im Risikohinweis.