
Der November beginnt mit einem Blick zurück auf eine Zinswoche: Sowohl die US-Notenbank Fed als auch die Europäische Zentralbank haben ihre Leitzinsen unverändert gelassen - mit unterschiedlichen Signalen. Dazu gibt es für Bayer einen wichtigen Gerichtserfolg in der Glyphosat-Causa. Der Überblick am Sonntagmorgen.
Am Wochenende findet kein Börsenhandel statt - es gelten die Schlussstände vom Freitag. Der DAX beendete die Woche laut dpa-Bericht bei einem Xetra-Schluss von 25.818 Punkten (-0,9 Prozent; FinanzNachrichten). Die Kursseite von tagesschau.de weist zum Freitag 25.818,21 Punkte aus, Kurszeit 17:50 Uhr (Abruf heute 08:32 Uhr). In den USA schlossen am Freitag: Dow Jones 51.770,31 Punkte (-1,09 Prozent), S&P 500 7.580,07 Punkte (-1,82 Prozent), Nasdaq Composite 25.437,00 Punkte (-2,86 Prozent). Aktuelle Kurse ab Montag wieder auf finanz-adjust.de/maerkte/.
Fed hält Leitzins - zwei Mitglieder stimmen für Erhöhung. Die US-Notenbank hat am Mittwoch den Zielkorridor für den Leitzins (Federal Funds Rate) unverändert bei 3,75 bis 4,00 Prozent belassen. Das geht aus dem offiziellen Statement des Offenmarktausschusses (FOMC) hervor. Bemerkenswert: Zwei Mitglieder, Lisa D. Cook und Beth M. Hammack, stimmten gegen die Entscheidung - sie wollten den Leitzins um einen Viertelprozentpunkt ANHEBEN. Die Fed beschreibt die Konjunktur als stark wachsend mit robuster Investitionstätigkeit, nennt die Inflation aber weiterhin "erhöht". (FOMC-Statement vom 28. Oktober 2026)
EZB lässt Leitzinsen unverändert - Einlagensatz bleibt bei 2,50 Prozent. Auch die Europäische Zentralbank hat am Donnerstag an ihren drei Leitzinsen nichts geändert: Der Einlagensatz bleibt bei 2,50 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65 Prozent und die Spitzenrefinanzierungsfazilität bei 2,90 Prozent. Der EZB-Rat verwies in seiner Begründung auf den Energiepreisschock, der die Inflation treiben und das Wachstum belasten dürfte; die zugrundeliegende Inflation sei bislang weitgehend stabil geblieben. Man bleibe datenabhängig und lege sich nicht auf einen Zinspfad fest. (EZB-Beschluss vom 29. Oktober 2026)
Bayer-Aktie nach Gerichtssieg - ist der Bann gebrochen? (FinanzNachrichten). Eine Geschworenen-Jury im US-Bundesstaat Missouri hat in der Nacht zum Donnerstag einstimmig zugunsten von Bayer geurteilt. Es ist der zweite Prozesserfolg in der Glyphosat-Causa binnen weniger Monate: Im Juni hatte Bayer bereits einen wegweisenden Fall vor dem obersten US-Gericht gewonnen. Im nun abgeschlossenen St. Louis-Prozess hatten die Kläger mit anderen Argumenten gearbeitet - sie behaupteten, der Unkrautvernichter Roundup sei fehlerhaft konstruiert, und warfen vorsätzliche Täuschung vor. Die Aktie legte am Freitag laut tagesschau.de um 5,46 Prozent auf 50,58 Euro zu und führte damit die DAX-Gewinner an. Ausständig ist noch eine richterliche Entscheidung über einen Sammelvergleich, der Bayer bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar kosten könnte - verteilt über bis zu 21 Jahre mit gedeckelten, abnehmenden Jahreszahlungen. (dpa-AFX über boersennews.de)
Blick in die neue Woche: Laut FN-Tagesvorschau legen am Montag Apple und Palantir Zahlen vor und der ISM-Index wird veröffentlicht (FinanzNachrichten). Am Donnerstag, 5. November, berichtet Rheinmetall um 14:00 Uhr seine Zahlen zum dritten Quartal (rheinmetall.com).
Dass Fed und EZB in derselben Woche an den Zinsen festhalten, klingt nach Stillstand - die Details erzählen aber mehr. In Washington drängen erstmals zwei Mitglieder des Offenmarktausschusses auf eine Zinserhöhung, weil die Inflation dort als erhöht gilt. In Frankfurt warnt der EZB-Rat vor dem Energiepreisschock, hält die zugrundeliegende Inflation aber für stabil und bleibt bewusst festlegungsfrei. Für Sparer bedeutet das: Beim Leitzins bewegt sich vorerst nichts, und wo die Reise hingeht, entscheiden die nächsten Daten zur Inflation - in Deutschland lag die Oktober-Rate nach erster Schätzung bei 2,8 Prozent. Bei Bayer zeigt der jüngste Gerichtserfolg, wie sehr ein einzelner Rechtsstreit einen DAX-Konzern bewegen kann - und dass mit dem ausstehenden Sammelvergleich noch ein wichtiger Baustein fehlt. Die Börsenthemen der Woche haben wir in den Überblicken vom Wochenende dokumentiert.
Die Fed beließ am 28. Oktober den Zielkorridor bei 3,75 bis 4,00 Prozent - zwei Mitglieder stimmten für eine Anhebung. Die EZB ließ am 29. Oktober ihre drei Leitzinsen unverändert: Einlagensatz 2,50 Prozent, Hauptrefinanzierungssatz 2,65 Prozent, Spitzenrefinanzierung 2,90 Prozent.
Eine Jury in Missouri urteilte in der Nacht zum Donnerstag einstimmig für Bayer - der zweite Prozesserfolg binnen Monaten nach dem Supreme-Court-Sieg im Juni. Die Aktie stieg am Freitag um 5,46 Prozent. Ausständig bleibt eine richterliche Entscheidung über einen Sammelvergleich von bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar.