
Stand: 22.10.2026
Streuung funktioniert nur, wenn die Teile sich nicht im Gleichschritt bewegen. Genau das misst die Korrelation: Sie ist eine Zahl zwischen minus 1 und plus 1 und beschreibt, wie zwei Anlagen typischerweise zusammenhängen. Plus 1 heißt Gleichlauf, null heißt kein erkennbarer Zusammenhang, minus 1 heißt exakter Gegenlauf.
Halte Aktie A und Aktie B, beide Versorger, beide reagieren auf dieselben Zinsnachrichten: Korrelation nahe plus 1. Das Depot hat zwei Zeilen und ein Risiko. Kombinierst du dagegen Anlagen mit unterschiedlichen Treibern, etwa Aktien und Geldmarkt oder Aktien aus verschiedenen Regionen und Branchen, sinkt die Korrelation und damit die Gesamtschwankung des Depots. Das ist der eigentliche Mechanismus hinter Diversifikation: Nicht viele Positionen glätten die Kurve, sondern unterschiedliche Positionen.
Studien der Finanzforschung zeigen ein ungemütliches Muster: In ruhigen Zeiten bewegen sich Märkte unterschiedlich, in Panikphasen verkaufen Anleger quer durchs Depot. Dann springen die Korrelationen riskanter Anlagen nach oben. Der Fachbegriff dafür lautet Korrelationsbruch oder flight to quality. Für dich heißt das: Eine Streuung, die im Aufschwung schön aussah, schützt im Crash weniger als erwartet. Deshalb zählt zur echten Streuung auch ein Baustein, der von Aktien weitgehend unabhängig ist, etwa verzinste Anlagen kurzer Laufzeit.
Du musst keine Matrizen rechnen. Drei Fragen reichen als Näherung: Erstens, reagieren meine Anlagen auf dieselben Treiber (Zinsen, Dollar, Konjunktur)? Zweitens, hängen sie am selben Land oder derselben Branche? Drittens, was bliebe im Depot, wenn Aktien weltweit 30 Prozent fallen? Wer bei allen drei Fragen nur einen Treiber findet, hat trotz vieler Positionen ein Klumpenrisiko auf höherer Ebene.
Einordnung: Korrelation ist ein vergangenheitsbezogenes statistisches Maß. Keine Prognose, keine Anlageberatung.
Zwei Anlagen bewegen sich exakt gegenläufig. Steigt die eine um 5 Prozent, fällt die andere entsprechend. In der Praxis kommen perfekt negative Korrelationen selten vor.
In Stressphasen verkaufen viele Anleger gleichzeitig verschiedene Anlageklassen. Dadurch steigen die Korrelationen und die Streuung verliert zeitweise an Wirkung.
Nein. Es reicht zu prüfen, ob deine Anlagen von denselben Treibern abhängen, etwa Zinsen, ein Land oder eine Branche. Das ist eine gute Näherung.