
Stand: 25.10.2026, Vormittag
Die Wiener Börse beschreibt das KGV in ihrem Börsenlexikon so: Es zeigt an, wie oft der Gewinn pro Aktie im Preis der Aktie enthalten ist, beziehungsweise wie oft dieser errechnete Gewinn ausgeschüttet werden müsste, um den aktuellen Kaufpreis zu refinanzieren (Börsenlexikon der Wiener Börse, abgerufen 25.10.2026). Die Formel dazu: KGV = Aktienkurs geteilt durch Gewinn je Aktie.
Strukturbeispiel: Eine Aktie kostet 100 Euro, das Unternehmen erzielt 5 Euro Gewinn je Aktie. Das KGV liegt bei 100 geteilt durch 5, also 20. Liest man es als Refinanzierungsdauer, entspricht das zwanzig Jahresgewinnen bei unverändertem Gewinn.
Es gibt zwei gebräuchliche Varianten: Das vergangene KGV rechnet mit dem zuletzt berichteten Jahresgewinn, das erwartete KGV mit einer Schätzung für die Zukunft. Beide haben ihren Preis: Die vergangene Zahl ist verlässlich dokumentiert, aber ein Rückspiegel. Die Schätzung ist aktueller, kann aber danebenliegen. Welche Basis ein Portal verwendet, steht meist in der Fußnote der Kennzahl.
Vier Situationen machen das KGV unbrauchbar oder irreführend: Das Unternehmen schreibt Verluste, dann wird die Kennzahl negativ oder nicht definierbar. Einmaleffekte wie ein Firmenverkauf verzerren den Gewinn eines einzelnen Jahres. Zyklische Unternehmen zeigen am Gewinnhoch ein besonders niedriges KGV, weil der Gewinn vorübergehend hoch ist. Und ohne Vergleich innerhalb der Branche sagt die absolute Höhe wenig aus. Mehr dazu im Artikel über die Grenzen von Kennzahlen. Keine Anlageberatung.
Nein. Ein niedriges KGV kann auf einen fairen Preis hindeuten, aber auch auf erwartete Gewinnrückgänge oder strukturelle Probleme. Es ist ein Prüfpunkt, kein Urteil.
Weil die Basis variiert: vergangener Gewinn, laufende Schätzung oder bereinigter Gewinn ohne Einmaleffekte ergeben unterschiedliche Werte.
Das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis setzt das KGV ins Verhältnis zum erwarteten Gewinnwachstum. Es ist eine Erweiterung der gleichen Idee mit denselben Schätzrisiken.