
Stand: 26.10.2026, früher Morgen
Die Wiener Börse definiert die Marktkapitalisierung in ihrem Börsenlexikon als börsenmäßigen Wert eines Unternehmens: Die Berechnung erfolgt durch Multiplikation der Anzahl der an der Börse gehandelten Aktien des Unternehmens mit dem aktuellen Aktienkurs der jeweiligen Gesellschaft (abgerufen 26.10.2026).
Strukturbeispiel: Ein Unternehmen hat 50 Millionen Aktien im Umlauf, die Aktie notiert bei 80 Euro. Die Marktkapitalisierung beträgt 50 Millionen mal 80, also 4 Milliarden Euro. Steigt der Kurs am nächsten Tag auf 82 Euro, wächst der Börsenwert rechnerisch auf 4,1 Milliarden Euro - ohne dass sich am Unternehmen selbst etwas geändert hätte.
Drei Punkte helfen beim Lesen der Kennzahl: Erstens ist sie ein Marktpreis und keine Bilanzgröße - was das Unternehmen bilanziell besitzt, steht im Buchwert und KBV. Zweitens ist sie die Basis für die Gewichtung in Aktienindizes; wie die Gewichtung nach Börsenwert funktioniert, zeigt der Artikel zur Indexkonstruktion. Drittens zählen viele Indexanbieter nur den Streubesitz, also die frei handelbaren Aktien - die sogenannte Streubesitz-Marktkapitalisierung.
Die gängige Einteilung in Large Caps, Mid Caps und Small Caps ordnet Unternehmen nach ihrer Marktkapitalisierung. Feste, weltweit einheitliche Schwellen gibt es nicht - jeder Indexanbieter setzt eigene Grenzen.
Nein. Die Marktkapitalisierung zeigt nur, was die Börse dem Unternehmen insgesamt beimisst. Profitabilität ist eine andere Frage - sie steht in GuV und Margenkennzahlen.
Weil sie am aktuellen Kurs hängt und der sich im fortlaufenden Handel bewegt. Jede Kursänderung skaliert auf die gesamte Aktienzahl hoch.
Die Marktkapitalisierung zählt nur das Eigenkapital zum Börsenpreis. Der Unternehmenswert (Enterprise Value) rechnet Schulden hinzu und zieht liquide Mittel ab - er bildet den Preis ab, den ein Käufer für das ganze Unternehmen aufbringen müsste.