
Gerade ging sie wieder durch die Nachrichten: Die Kerninflation in Deutschland beträgt im Oktober 2026 voraussichtlich 2,1 Prozent - deutlich weniger als die Gesamtinflation von 2,8 Prozent. Aber was genau wird da eigentlich gemessen?
Die Kerninflation ist die Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie. Aus dem Warenkorb des Verbraucherpreisindex werden also genau die beiden Gruppen herausgerechnet, deren Preise besonders stark schwanken - etwa wegen Ernten, Wetter oder Entwicklungen auf den Rohstoffmärkten. Übrig bleibt die Preisentwicklung des restlichen Warenkorbs. In Deutschland lag ihr Anteil (die Gewichtung) zuletzt bei gut 82 Prozent des Gesamtindex.
Energie- und Lebensmittelpreise können die Gesamtrate zeitweise stark verzerren - in beide Richtungen. Aktuelles Beispiel: Im Oktober 2026 verteuerte sich Energie um 12,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, während die Kerninflation nur 2,1 Prozent betrug. Die Gesamtrate von 2,8 Prozent liegt dazwischen. Die Kerninflation soll zeigen, wie tief die Preissteigerungen in der Wirtschaft verankert sind - ohne die sprunghaften Effekte.
Zentralbanken wie die EZB schauen bei ihren Entscheidungen auf die zugrunde liegende Preisdynamik. Die EZB schrieb in ihrer jüngsten Begründung, die zugrunde liegende Inflation sei bislang weitgehend stabil geblieben - gemeint ist genau diese Entwicklung ohne die Energiespitzen. Sinkt die Kerninflation, während die Gesamtrate von Energie getrieben wird, lesen Beobachter das anders, als wenn beide Raten hoch sind.
Die Kerninflation ist ein Analysewerkzeug, kein Ersatz für die Gesamtrate: Energie und Essen gehören zu deinen realen Ausgaben - die Gesamtinflation zeigt, was dein Alltag tatsächlich kostet. Und es gibt kein einheitliches Modell: Manche Statistiker rechnen zusätzlich Tabak oder administrierte Preise heraus. Beim Vergleich von Kernraten lohnt deshalb immer der Blick auf die Definition.
In Deutschland beträgt sie im Oktober 2026 voraussichtlich 2,1 Prozent (vorläufig, Destatis 30.10.2026). Die Gesamtinflation liegt bei 2,8 Prozent.
Energie- und Lebensmittelpreise schwanken besonders stark und können die Gesamtrate verzerren. Die Kerninflation soll die zugrunde liegende, dauerhaftere Preisdynamik zeigen.
Nein - sie ergänzt sie. Die Gesamtrate misst, was dein Alltag tatsächlich kostet; die Kernrate zeigt, wie tief Preissteigerungen in der Wirtschaft sitzen.