
Wenn Unternehmen Quartalszahlen melden, fällt fast immer ein Begriff: EBITDA. Zuletzt bei der Deutschen Börse, deren EBITDA im dritten Quartal 2026 um 16 Prozent auf 978 Millionen Euro stieg. Zeit für eine einfache Erklärung.
Die Abkürzung steht für Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization, auf Deutsch: Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Man nimmt also den Gewinn und rechnet Posten heraus, die wenig über das eigentliche Tagesgeschäft aussagen: Zinsen hängen von der Finanzierung ab, Steuern vom Land und der Struktur, Abschreibungen von Anschaffungen aus der Vergangenheit.
| Position | Beispiel |
|---|---|
| Umsatz | 100 |
| - Betriebskosten (Personal, Material, Miete) | -70 |
| = EBITDA | 30 |
| - Abschreibungen | -10 |
| - Zinsen und Steuern | -8 |
| = Jahresüberschuss | 12 |
Reines Strukturbeispiel zur Veranschaulichung, keine echten Unternehmensdaten.
Das EBITDA macht Unternehmen vergleichbarer, weil Finanzierung, Steuern und bilanzielle Abschreibungen herausgerechnet sind. Auch Veränderungen von Quartal zu Quartal lassen sich so sauberer lesen. Deshalb kommunizieren viele Firmen ihre Prognose in EBITDA.
Abschreibungen sind kein Fantasieposten: Maschinen und Software nutzen sich ab und müssen ersetzt werden. Wer nur aufs EBITDA schaut, übersieht, wie viel Geld ein Unternehmen investieren muss, um überhaupt zu verdienen. Zinsen und Steuern sind ebenfalls reale Kosten. Das EBITDA ist deshalb eine grobe Brille aufs Geschäft, kein vollständiges Bild. Dieser Artikel erklärt eine Kennzahl und ist keine Anlageberatung.
Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Die Kennzahl zeigt das operative Ergebnis ohne Finanzierungs-, Steuer- und Bilanzierungseffekte.
Nicht automatisch. Es ignoriert Investitionen, Zinsen und Steuern. Ein Unternehmen kann ein hohes EBITDA und trotzdem wenig freien Cashflow haben.
Weil es Unternehmen und Quartale besser vergleichbar macht und viele Firmen ihre Prognosen daran festmachen.